Grüne Branche

Gefährliches Abbauprodukt

Ob Euparen noch eine Zukunft hat, wurde bei der Pressekonferenz von Bayer CropScience zurückhaltend bewertet. Abzuwarten seien nun zunächst die weiteren Untersuchungsergebnisse. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte im Februar für Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Tolylfluanid verordnet, dass die Zulassung ruht. Die betreffenden Mittel dürfen nicht mehr angewendet werden (Ausnahme: Gewächshaus).

Die Anordnung basiert darauf, dass sich nach neuen Erkenntnissen ein Abbauprodukt von Polylfluanid negativ auf Trinkwasser auswirkt. Aus dem Abbauprodukt DMSA - Dimethylsulfamid - kann bei der zum Entkeimen von Trinkwasser eingesetzten Ozonierung das gesundheitsschädliche Nitrosamin entstehen. Untersuchungen von Wasserproben in Baden-Württemberg ergaben Gehalte von bis zu 0,016 Milligramm pro Liter im Grundwasser und bis zu 0,0034 Milligramm pro Liter DMSA im Trinkwasser.

Bayer CropScience hatte mit Pressemitteilung vom 16. März den Anwendern angeboten, ihre Restbestände von tolylfluanidhaltigen Pflanzenschutzmitteln beim Handel abzugeben. Originalware werde vergütet. Das Chemie-Unternehmen arbeite eng mit den Wasserwerken sowie dem BVL zusammen, um die Zusammenhänge rasch aufzuklären. Bis zum Abschluss der umfangreichen Untersuchungen werde der Vertrieb tolylfluanidhaltiger Präparate ausgesetzt.

Dies betrifft auch einige Kleinpackungs-Präparate, zum Beispiel das in Haus- und Kleingärten gegen Pilzkrankheiten an Rosen und verschiedenen Beerenobstarten (Johannis-, Brom- und Himbeeren) eingesetzte Bayer Garten Universal-Pilzfrei.