Grüne Branche

Gefahr Mindestlohn: Fachgruppe Jungpflanzen plädiert für Tarifautonomie

Die politische Diskussion um einen Mindestlohn, die schlechte Saison 2013 und die Schließungspläne für den Studiengang Gartenbau in Hannover waren aktuelle Branchenthemen, die die Fachgruppe Jungpflanzen auf ihrer Herbsttagung und Mitgliederversammlung in Ludwigsburg diskutierte.

Die Fachgruppe Jungpflanzen zu Besuch bei Selecta Klemm in Stuttgart. Foto: FGJ

Auf Einladung von Selecta Klemm (Stuttgart), einem weltweit führenden Züchter, Produzent und Vermarkter von vegetativ vermehrbaren Zierpflanzen und Mitglied der Fachgruppe Jungpflanzen (FGJ), trafen sich die FGJ-Mitglieder vom 14. bis 16. November 2013 in Ludwigsburg.

Frank Silze, Vorsitzender der FGJ, ging in seiner Rede in der Mitgliederversammlung auf die schlechte Saison 2013 ein, die quer durch die Wertschöpfungskette hinweg geprägt war durch schlechtes Wetter zu wichtigen Abverkaufszeiträumen. Als sehr positiv bewertete er den Start der Nachwuchswerbekampagne „Gärtner, der Zukunft gewachsen“ des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG). Besonders lobte er den neuen Ansatz der Kampagne, die Jugendlichen auf den Beruf Gärtner dort anzusprechen, wo diese sich heutzutage bewegen und informieren, nämlich in den sozialen Netzwerken.

Mit Blick auf die laufenden Koalitionsverhandlungen in Berlin äußerte Silze, dass es gerade für Gartenbaubetriebe in ländlich strukturierten und weniger zahlungskräftigen Regionen überlebenswichtig ist, dass die bisherig gelebte Praxis der Tarifautonomie der Arbeitgebervereinigungen einerseits und Gewerkschaften andererseits erhalten bleibt und kein flächendeckender Mindestlohn vorgeschrieben wird.

Daneben äußerte sich Frank Silze auch zu den aktuell öffentlich gewordenen Schließungsplänen der Leibniz Universität Hannover für den Studiengang Gartenbau. „Wir als hochmoderne, spezialisierte und häufig europa- und weltweit arbeitende Gartenbau-Unternehmen brauchen auch in Zukunft genügend universitär ausgebildete Führungskräfte“, so Silze. „Wir, die Züchter und Jungpflanzen-Unternehmen und ich speziell als niedersächsischer Gartenbau-Unternehmer, sind auf die gut ausgebildeten Absolventen aus Hannover angewiesen und fordern deshalb vom Land Niedersachsen, dass der traditionsreiche und bundesweit anerkannte Studiengang Gartenbau an der Leibnitz Universität erhalten bleibt.“

Zu den Themen der Vorträge und beim Treffen der FGJ-Arbeitskreise gehörten unter anderm ein gemeinsames Projekt mit der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft (DBG) auf der Buga Havelregion 2015, aktuelle Vermarktungsfragen, der effektive Nützlingseinsatz in der Jungpflanzenproduktion, aktuelle Ergebnisse des Arbeitskreises Beet- und Balkonpflanzen der Lehr- und Versuchsanstalten für Gartenbau und Ergebnisse des Zineg-Projektes in Hannover mit einem Ausblick für die Praxis. Das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren & Erfurt, Institutsteil Erfurt, stellte seine Struktur, die Ziele und die Forschungsmöglichkeiten vor.

Die Betriebsbesichtigungen führten zum Stammsitz von Selecta Klemm nach Stuttgart, in den Zierpflanzenbaubetrieb Hayler Begonien in Weinstadt-Endersbach und zum Stauden- und Gehölzspezialisten Häussermann nach Möglingen. (fgj)