Grüne Branche

Gelsenkirchen: Kinder lernen einen Friedhof kennen und nähern sich dem Thema Leben und Sterben

Im Rahmen des Pilotprojektes "Die schönsten Bestattungen der Welt", das von den Friedhofsgärtnern Gelsenkirchen initiiert und von der Diplompä- dagogin Birgit Mattern durchgeführt wird, fand am 8. April eine Friedhofsführung für Kinder auf dem Hauptfriedhof in Gelsenkirchen Buer statt. Im Mittelpunkt standen Kinder zwischen fünf und sechs Jahren aus dem Evangelischen Kinderhaus in Gelsenkirchen-Erle. Schon früh erfahren Kinder, dass das Tabu rund um Tod und Trauer groß ist - ob sie nun den Tod in unmittelbarer Nähe erlebt haben oder auch nur neugierig fragend die Welt begreifen wollen. Das Projekt soll Kinder spielerisch an die Themen Tod und Friedhof/Bestattungen heranführen und die Möglichkeit bieten, über Trauer und Abschied zu sprechen. Es soll klar machen, dass nach der Trauer auch der Spaß am Leben wieder da ist. Der Besuch auf dem Hauptfriedhof an einem sonnigen Frühjahrsmorgen unter der Führung des Geschäftsführers der Friedhofsgärtner Gelsenkirchen, Andreas Mäsing, machte die Kinder mit dem Ort vertrauter. Sie erfuhren, was eine Trauerhalle ist, wo der Sarg mit dem Toten platziert wird und mit welchem Transportmittel er dann zum Grab gebracht wird. Unter der Leitung der Diplompädagogin Birgit Mattern machten sie dort Naturerfahrungen und sammelten Naturmaterialien. Der Kreislauf der Natur im Wechsel von Entstehen und Vergehen wurde sinnlich erlebt und schuf für die Kleinen eine kindgerechte Annäherung an das Thema Sterben und Leben. Im weiteren Verlauf des Projekts wird auf dem Kindergartengelände in der Breite Straße 10 ein kleiner Friedhof für Insekten,Vögel und Mäuse angelegt und gestaltet. Dazu verwendet werden die auf dem "großen" Friedhof gesammelten Naturmaterialien: Steine, Blätter, Bucheckern, Kastanien, Eicheln, leere Schneckenhäuser. Die Idee ist, einen Rückzugsraum für die Kindergartenkinder zu schaffen, der ihnen eine ruhige und intime Atmosphäre bietet, eben einen "Friedvollen Raum". Gleichzeitig ist es der Ort, wo Kinder verstorbene Tiere begraben können, sich erinnern, trauern und gegenseitig trösten können. Eingeweiht wird er am 18. April mit einer Musterbeerdigung.