Grüne Branche

Gemüse: 2011 war das Katastrophenjahr

Die Ereignisse rund um die EHEC-Krise hielten die Gemüseproduzenten in Westfalen-Lippe in diesem Jahr in Atem und Aufregung. Nach dieser Katastrophe und den Turbulenzen und Widersprüchen daraus fordern sie jetzt von der Bundesregierung für die Zukunft ein nationales Krisenmanagement.

Am meisten hat die chaotische Berichterstattung die Verbraucher und die Wirtschaft verunsichert, sagte Anke Knaup, Geschäftsführerin der Fachgruppe Gemüsebau im Landesverband Gartenbau Westfalen-Lippe.
Inzwischen sind die Entschädigungen abgewickelt worden, die ersten Auszahlungen erfolgten in Nordrhein-Westfalen bereits Ende Juli. Fast fünf Millionen Euro an Umsatzausfällen wurden insgesamt gemeldet. Als Marktrücknahmen gemeldet wurden 927 Tonnen Tomaten, 915 Tonnen Gurken, 61 Tonnen Salat und sieben Tonnen Paprika. Nicht geerntet wurden 210 Hektar Salat.
Leider hielten sich die Verbraucher auch nach der EHEC-Krise noch sehr lange zurück beim Einkauf von Gemüse, so Knaup. Im konventionellen Anbau ging die Einkaufsmenge insgesamt um 14 Prozent zurück und im Bio-Markt um sechs Prozent. Ihr Fazit: In diesem Jahr war mit kaum einer Kultur wirklich Geld zu verdienen. Entweder der Preis stimmte, aber die Ware floss nicht ab oder die Vermarktung stimmte, aber der Preis war ganz unten. Und nicht anders als den EHEC-geplagten Frischmarktkulturen ergehe es derzeit dem Lagergemüse wie Kopfkohl, Zwiebeln und Möhren. Auch sie leiden aufgrund sehr guter Erträge unter einem sehr niedrigen Preisniveau. (fri)