Grüne Branche

Gemüse: EHEC-Krise kommt Hamburg teuer zu stehen

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Vor rund sechs Jahren erschütterte die EHEC-Epidemie die Bundesrepublik. Hamburg bekommt jetzt die Spätfolgen zu spüren: Weil die Gesundheitsbehörde der Hansestadt damals spanische Gurken als Quelle des Erregers abstempelte, muss sie den Gemüse-Produzenten jeweils Schadenersatz in sechsstelliger Höhe leisten.

Unter anderem Gurken galten als Überträger der EHEC-Keime. Foto: Pixabay

Spanische Gurken-Produzenten hatten Schadenersatz in Millionenhöhe gefordert

Mit dem jetzt vor dem Hamburger Oberlandesgericht geschlossenen Vergleich kommt die Hansestadt Medienberichten zufolge noch mit einem blauen Auge davon. Ursprünglich hatten die spanischen Gemüse-Produzenten nämlich auf Schadenersatz in Millionenhöhe geklagt – und vor dem Hamburger Landgericht 2015 sogar Recht bekommen. Weil Hamburg gegen dieses Urteil Berufung einlegte, ging das Verfahren vor die nächsthöhere Instanz.

Auslöser für den jahrelangen Rechtsstreit war Medienberichten zufolge die zu EHEC-Zeiten ausgesprochene Warnung der Hamburger Gesundheitsbehörde vor spanischen Gurken. Auf dem Gemüse einiger spanischer Unternehmen sei der zum Teil schwere Infektionen auslösende Darmkeim EHEC gefunden worden, hatte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks damals öffentlich verkündet.

Wie sich allerdings später bei genaueren Analysen herausstellte, gehörten die auf den Gurken nachgewiesenen EHEC-Erreger nicht zu dem hochgefährlichen Stamm, der die Epidemie ausgelöst hatte. Mit ihrer Warnung hatte die Hamburger Gesundheitsbehörde die spanischen Gurken also zu Unrecht in Verruf gebracht – weshalb die Produzenten des grünen Gemüses vor Gericht zogen.

Gesundheitsbehörde: Schwere der EHEC-Epidemie machte umgehende Warnung notwendig

Die Beklagten rechtfertigten sich Medienberichten zufolge damit, dass die Bevölkerung aufgrund der Schwere der EHEC-Infektionen und der rasanten Ausbreitung damals schnellstmöglich gewarnt werden musste. Die Gesundheitsbehörde hätte dennoch darauf hinweisen müssen, dass die auf den spanischen Gurken gefundenen EHEC-Erreger noch nicht eindeutig dem hochgefährlichen Stamm zugeordnet werden konnten – trotz der Schwere der Infektionswelle, widersprach das Hamburger Landgericht.

Während der zwischen Mai und Juli 2011 grassierenden Infektionswelle in Deutschland Hunderte Menschen zum Teil schwer erkrankt. Selbst Todesfälle waren aufgrund von EHEC zu beklagen.