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Gemüse: Weg frei für Leben auf dem Mars?

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Leben auf dem Mars rückt in greifbar(er)e Nähe: Wissenschaftlern der niederländischen Universität Wageningen ist es im zweiten Anlauf gelungen, erfolgreich verschiedene Gemüse und Getreide – darunter Tomaten, Erbsen, Rucola, Rettich, Kresse und Roggen – unter Weltraumbedingungen anzuziehen und zu ernten. Die Pflanzen sind den Angaben zufolge in Erde gewachsen, die der auf dem Mars beziehungsweise dem Mond nachempfunden ist.

Forschern der Universität Wageningen ist es jetzt gelungen, in „Mars-Erde“ gezogene Tomaten zu ernten. Foto: Dusan Kostic/Fotolia

Anders als bei ihrem ersten Versuch, nutzten die Wissenschaftler dieses Mal Trays für den Anbau der Gemüse- und Getreidepflanzen anstelle kleiner Töpfe. Außerdem fügten sie der „Mars-Erde“ organisches Material in Form von frisch geschnittenem Gras hinzu. „Damit waren nicht nur die Probleme, die wir bei unserem ersten Versuch mit der Bewässerung hatten, gelöst – gleichzeitig wurden die Pflanzen so auch gedüngt“, beschreibt Wieger Wamelink aus dem Forscher-Team.

Gemüse gedeiht in Mars-Erde, in Mond-Erde nur Spinat

Wie die Forscher der Universität Wageningen weiter ausführen, war die „Mars-Erde“ im Hinblick auf den Anbau-Erfolg der Vergleichserde von unserem Planeten ebenbürtig. Die nachempfundene Mond-Erde hingegen konnte in vielerlei Hinsicht nicht mit den Vergleichswerten mithalten und eignete sich im Versuch lediglich zur Anzucht von Spinat.

Sämtliche Anbauversuche an der Universität Wageningen wurden unter Glas und unter streng kontrollierten Bedingungen durchgeführt. Dazu gehörten konstante Temperatur-, Feuchtigkeits- und Lichtverhältnisse, um die Anbaubedingungen auf der Erde nachzuempfinden.

„Wir gehen davon aus, dass der erste Gemüse- und Getreideanbau auf dem Mars und dem Mond in unterirdischen Räumen stattfinden wird, um die Pflanzen vor der feindlichen Umgebung und der kosmischen Strahlung zu schützen“, so Wamelink.

Wie viele Schwermetalle enthält auf dem Mars gezogenes Gemüse?

Nach ihrer erfolgreichen Ernte planen die Wissenschaftler in Wageningen nun den dritten Anbauversuch unter Weltraumbedingungen, der sich vor allem auf die Essbarkeit und Lebensmittelsicherheit der angebauten Pflanzen konzentrieren soll. Da der Marsboden Schwermetalle wie Blei, Arsen und Quecksilber enthält, wollen die Forscher untersuchen, wie viele giftige Rückstände die geernteten Gemüse und Getreide enthalten.