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Gerichtsurteil in England: Genehmigungspflicht für Folientunnel?

Aufregung im englischen Gartenbau verursachte ein Urteil der Königlichen Gerichtshöfe - Royal Courts of Justice in Westminster - zur Genehmigungspflicht für Folientunnel. Möglicherweise zeigt es Auswirkungen über Großbritannien hinaus. Der Anbau von Beerenobst - besonders Erdbeeren - wurde in Großbritannien in den letzten Jahren ausgeweitet und erreicht einen Jahresproduktionswert von etwa 300 Millionen Pfund Sterling (umgerechnte rund 450 Millionen Euro). Der Zuwachs basiert vor allem auf dem stark ausgedehnten Einsatz von Folientunneln. Betriebe mit 50 bis 80 Hektar Folienbauten sind dabei. Der massive Einsatz von Folientunneln wirkt sich mancherorts auf das Landschaftsbild aus. Auseinandersetzungen mit dem Naturschutz und vereinzelt auch mit lokalen Bürgern waren die Folge. Dies gipfelte kürzlich in einem Urteil von Richter Sullivan gegen den Betrieb Hall-Hunter und dessen Folientunneln auf der Tuesley Farm. Das Gericht folgte den Argumenten der Kläger, wonach Folientunnel als feste Gebäude anzusehen sind und damit jeweils eine Genehmigung der zuständigen lokalen Baubehörde benötigen. Das Gegenargument, der Tunnel sei nicht anders zu bewerten als eine Flachabdeckung oder Mulchfolie, zog nicht. Gleiches gilt für Hinweise auf die wirtschaftliche Bedeutung des Beerenobstanbaus und damit verbundene Arbeitsplätze. Wie die Fachzeitschrift Horticulture Week berichtet, haben in Folge des Urteils jetzt erste lokale Behörden auf das Urteil reagiert. Beispielsweise forderte die zuständige Behörde in Herefordshire dortige Betriebe auf, ihre Folientunnel zu entfernen oder nachträgliche Baugenehmigung zu beantragen. In der Region Herefordshire gibt es eine starke Konzentration von Beerenobst-Produzenten.