Grüne Branche

Geringe Umsätze bei mittleren hessischen Zierpflanzenbetrieben im Jahr 2010

Geringere Umsätze und deutlich niedrigere Gewinne gegenüber 2009 ermittelten die Buchstelle für Gartenbau (BFGS, Bad Homburg) und die Gartenbau-Unternehmens-Beratungsgesellschaft (GUB) in ihrer jeweils zu Jahresbeginn durchgeführten Schnellauswertung der Buchführungsdaten von 18 hessischen Zierpflanzenbaubetrieben.

Der durchschnittliche hessische Zierpflanzenbaubetrieb erzielte demnach im Jahr 2010 einen Umsatz von 368.000 Euro. Dies waren 10.000 Euro weniger als 2009. In zehn der 18 Betriebe blieb der Umsatz unter demjenigen im Vorjahr, bei sechs Betrieben war er etwas höher als 2009, und für zwei Betriebe ermittelte die Buchstelle einen annähernd gleichen Umsatz wie im Jahr zuvor.

Noch deutlich stärker gefallen als der Umsatz ist der Gewinn. Der durchschnittliche hessische Zierpflanzenbaubetrieb erreichte im Jahr 2010 nur einen Gewinn von 23.000 Euro. Einen so niedrigen Gewinn hatte man bei dieser Schnellauswertung, die seit dem Jahr 1991 durchgeführt wird, bisher nie ermittelt. Im Jahr 2009 hatte der durchschnittliche hessische Zierpflanzenbaubetrieb noch einen Gewinn von 36.000 Euro erreicht. In den Jahren 2007 und 2008 waren es jeweils 41.000 Euro.

Maßgebend für den starken Gewinnrückgang im Jahr 2010 waren die im Vergleich zu den Vorjahren niedrigeren Einnahmen. Hier machten sich der lange Winter zu Jahresbeginn sowie der im Dezember früh einsetzende starke Schneefall offenbar in den Betriebsergebnissen der Zierpflanzen- und Einzelhandelsgärtnereien bemerkbar. Mitverantwortlich für die negative Entwicklung waren somit die schwierigen Witterungseinflüsse im Jahr 2010.

Des Weiteren wirkte sich ein Anstieg der Lohnkosten aus. Jedenfalls stieg der Personalaufwand beim durchschnittlichen hessischen Zierpflanzenbaubetrieb laut der Buchführungsdaten-Schnellauswertung von 79.000 Euro (2009) auf 84.000 Euro (2010).

Bei den anderen Aufwandsposten gab es weniger Bewegung. Der Materialaufwand sank allerdings um 3.000 Euro auf 171.000 Euro. Beim Betriebsaufwand gab es eine leichte Zunahme von 77.000 auf 78.000 Euro, beim Zinsaufwand einen Rückgang von 8.000 auf 7.000 Euro. Auch bei den Abschreibungen ermittelten BFGS und GUB einen Rückgang um 1.000 Euro (auf 11.000 Euro).

Mit dieser Schnellauswertung wird jeweils zu Jahresbeginn und damit sehr aktuell eine Prognose für einen durchschnittlichen Zierpflanzenbaubetrieb in Hessen erstellt. Sie entsteht aus konkreten Buchführungsdaten. Fehlende Werte werden hierbei mit Hilfe eines EDV-Programms aus früheren Daten abgeleitet.

Da sich die Buchstelle und die Unternehmensberatungsgesellschaft hierbei auf eine geringe Zahl von Betrieben beschränken müssen, ist es keine statistisch genaue Analyse.

Trotzdem lassen sich Tendenzen erkennen, heißt es in der zum Hessischen Gartenbautag am 8. Februar in Friedberg herausgegebenen Mitteilung von BFGS und GUB.