Grüne Branche

Gesetz zur Ladenöffnung in Nordrhein-Westfalen ab Mai erwartet

Die Ladenöffnungszeiten bestimmten vielfach die Verbandspolitik der vergangenen Monate in Nordrhein-Westfalen (NRW). Ende Januar fand hierzu die letzte große Anhörung der Verbände statt. Mit dem neuen Gesetz ist ab Mitte Mai 2013 zu rechnen, sagte Reiner Höpken (Burscheid), Vorsitzender des Fachverbandes Rheinischer Einzelhandelsgärtner in Köln. Dort tagten im Gartenbauzentrum Köln-Auweiler die Einzelhandelsgärtner in Nordrhein-Westfalen gemeinsam.

Nach derzeitigem Stand sei sicher gestellt, dass die Forderung zur Ladenöffnung am Ostersonntag, Pfingstsonntag und dem ersten Weihnachtstag von der Politik erhört wird. Es sei auch davon auszugehen, dass die Möglichkeit einer fünfstündigen Öffnung am Sonntag erhalten bleibt, sagte Höpken.

Öffnen dürfen demnach künftig alle Verkaufsstände, deren Kernsortimente aus Blumen und Pflanzen bestehen. Dabei ist in der Gesetzesbegründung sehr großzügig der Bereich der Pflanzen geregelt. Er umfasst alle Artikel bis hin zu Baumschulware und auch die entsprechenden floristischen Werkstücke.

Zusätzlich darf der gärtnerische Einzelhandel ein Randsortiment verkaufen, dessen genaue Definition noch Gegenstand vielfältiger Beratungen und Verhandlungen ist. Hier bereite die Rechtsprechung zum Sonntagsverkauf Sorge, da die von den Gerichten vorgegebenen Leitlinien auch in Nordrhein-Westfalen zukünftig gegebenenfalls einzuhalten sind, sagte Höpken.

Verärgert reagierten die politisch Verantwortlichen in Nordrhein-Westfalen auf die zahlreichen gerichtlichen Verfahren zur Festlegung zulässiger Sortimente im Gartencenterbereich. Die schwierige Situation in Niedersachsen präge aktuell leider auch die Diskussion in NRW. Höpken, Vorsitzender des Fachverbandes Rheinischer Einzelhandelsgärtner mahnte genauso wie Geschäftsführer Heiner Esser, hier nicht zu übertreiben. Wenn bestimmte Gartencenter-Ketten meinten, Rasenmäher mit Schleife sei ein Geschenk-Artikel oder Gartenmöbel müssten unbedingt sonntags verkauft werden, sei das nicht hilfreich.

Es dürfe nicht erst an der Kasse entschieden werden, ob eine bestimmte Kombination im Einkaufswagen sonntags zulässig ist: nämlich ob Keramikschalen für Pflanzen gedacht sind oder für Müsli. Die Verbände streben an, dass zumindest in der Gesetzesbegründung zulässige Randsortimente aufgenommen werden, um Rechtssicherheit für die Unternehmen zu schaffen.

Höpken unterstrich die gute Zusammenarbeit der beiden Verbände der Einzelhandelsgärtner in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus mit Vertretern der Gartenbaumschulen. So werden mittlerweile fast sämtliche Vorstandssitzungen gemeinsam durchgeführt und damit die Einzelhandelsinteressen in NRW gebündelt.

In einem künftigen gemeinsamen Gartenbauverband sollen alle Mitgliedsbetriebe dann mit sämtlichen einzelhandelsrelevanten Informationen versorgt werden. Er zählte dazu die einzelbetriebliche Beratung im Arbeits- und Gewerberecht, die Hilfe bei baurechtlichen und Finanzierungsfragen sowie dem Beratungsschwerpunkt Betriebsnachfolge, die künftig allen Mitgliedern zugänglich sein sollen.

Er warf auch einen Blick zurück auf das vergangene Jahr, das mit einer Frostperiode im Februar und entsprechenden Umsatzeinbußen begann. Erhebliche Frostschäden in den Betrieben und beim Verbraucher waren die Folge, was jedoch mit einem sehr guten Märzumsatz wieder ausgeglichen werden konnte. Darauf hoffen die Gärtnereien auch in diesem Jahr nach einem eher schleppenden Start.

Das Beet- und Balkonpflanzengeschäft begann 2012 frühzeitig im April und lief ohne größere Spitzen bis weit in den Juni hinein. Das Herbstgeschäft sei zumindest für kleinere Betriebe wieder schwächer gelaufen. Negativ wirkten sich hier insbesondere die Herbstferien aus, welche die Konsumenten zunehmend als Reisezeit nutzen.

Insgesamt verbuchte der Einzelhandel eine leichte Umsatzsteigerung. Die Betriebsergebnisse jedoch waren durch erhebliche Kostensteigerung für Betriebsmittel, Warenbezug und Logistik unter Druck. Günstig wirkten sich allenfalls die nach Höpkens Überzeugung viel zu niedrigen Erzeugerpreise aus. Sie konnten sich trotz guter Nachfrage auch in 2012 nicht erholen. (fri)