Grüne Branche

GlobalGAP und soziale Standards weisen in die gartenbauliche Zukunft

Netzwerke, Kooperationen und aktive Zusammenarbeit sieht Georg Hanka (Kempen) als Stichpunkte, die im Zierpflanzen-Anbau in Zukunft eine wichtige Rolle spielen können. Aus ganz Europa sind Produkte im Übermaß am Markt vorhanden, daher muss jeder einzelne Betrieb mehr als nur durchschnittlich produzieren, für den richtigen Absatzkanal und zum richtigen Zeitpunkt.

Zur Tagung der Zierpflanzengärtner standen in den Häusern am Gartenbauzentrum Straelen die Sterne. Foto: Gabriele Friedrich

Dies betonte der Vorsitzende des rheinischen Fachverbandes Zierpflanzen bei dessen Jahrestagung und Mitgliederversammlung in Straelen Ende November. Hanka führte als Beispiel für ein gelungenes Netzwerk die Initiative Agrobusiness auf. Sie biete ein fantastisches Sprachrohr, um im Netzwerk mit Schulen, Hochschulen, der Politik, den Wirtschaftsförderern in die Gesellschaft hinein zu kommunizieren.

Auch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen sei ein wichtiger Ansprechpartner, der fachliche Beratung und Unterstützung bereitstellt, Kooperationen fördert und Netzwerke betreut. Beispielsweise sei Richard Niehues erfolgreich mit der Netzwerk-Gruppe „Junge Unternehmer“.

Der Gartenbau in der Region Rhein-Maas wachse immer enger zusammen. Das zeige einmal der Beitrag des Landes NRW auf der Floriade, oder die Zusammenarbeit im Projekt Gezonde Kas und das neue Interreg-Projekt High Tech Green House 2020 in Zusammenarbeit mit der Provinz Limburg.

Der Markt sei laufend in Bewegung, sagte Hanka, Verbraucher stellen die Betriebe vor immer neue Herausforderungen. Momentan stehe die Regionalität in der Verbrauchergunst ganz oben, meist noch vor Öko und Nachhaltigkeit. Die regionale Vermarktung sei aber nur begrenzt möglich, insbesondere bei Topfpflanzen.

Deshalb müssten die Produzenten Vertrauen bei ihren Abnehmern herstellen. Die Zertifizierung sei hierfür der geeignete Ansatz, meinte Hanka. Doch diese Anerkennung nach GlobalGAP sei nur der erste Schritt in die richtige Richtung, jedoch nicht genug. Darüber hinaus müssen Betriebe sich bald auch mit Sozialstandards auseinandersetzen. Sie bieten die Chance, das hohe Niveau in Europa zu kommunizieren. Ab 2014 verlangt Landgard von allen A-Lieferanten die Zertifizierung nach GlobalGAP, gleiches gilt für alle, die ab 2014 an Rewe liefern wollen.

Auch dem Thema Kohlendioxid-Bilanz mit dem Stichwort Carbon Foot- print müsse man sich stellen. Gleiches gilt auch für die Diskussion um den Einsatz von Torf. Jeder Betrieb müsse sich bewusst machen, dass die Öffentlichkeit immer sehr aufmerksam beobachtet, wie genau produziert wird. Dazu zähle natürlich auch der Boden- und Gewässerschutz sowie der gesamte Bereich Pflanzenschutz.

Sehr intensiv habe sich der Vorstand mit dem Thema Bio-Zierpflanzen beschäftigt, berichtete Hanka. Zur Zeit klaffe jedoch eine große Kluft zwischen den Vorstellungen der Verbraucher, dem Handel und der Produktion. Ein besonderes Hemmnis ist sicher auch, dass ein durchgängiges Sortiment fehlt. Das liege nicht an den Gärtnern, sondern an den Voraussetzungen zur Anerkennung als Bio-Ware. Auch diese Entwicklung werde intensiv verfolgt.

Hanka erläuterte auch kurz das Marktgeschehen des vergangenen Jahres: Mit dem Januar 2012 waren eigentlich alle noch zufrieden bis auf die Produzenten von Schnitttulpen und Amaryllis. Der Februar folgte mit einem katastrophalen Absatzeinbruch, mit enormen Frostschäden bei Stauden und Callunen. Der März hatte dann eine eigene Saison, alles Verkaufsfähige wurde bestens abgesetzt.

Die Beet- und Balkonsaison verlief sehr lange ohne besondere Spitzen und mit fließendem Übergang in den Sommer. Der Frühherbst verlief gut, Eriken und Callunen konnten gut abfließen. Mitte Oktober brach das Geschäft abrupt ab, die Preise stürzten in den Keller. Ein Vor-Allerheiligen-Geschäft habe eigentlich nicht stattgefunden. Bei den Schnittblumen zeigte sich weiter eine fallende Tendenz, Rosen- und Gerbera-Produzenten im Festverkauf waren aber noch zufrieden. Alle anderen Kulturen verliefen mehr oder weniger problematisch. (fri)