Grüne Branche

Goldgrube oder Ramsch? Rosen haben Potenzial!

Warenpräsentation und Absatz
Dass die Königin der Blumen in diesem Jahr nicht auch die Königin im Absatz war, hatte unterschiedliche Gründe, etwa das witterungsbedingt schlechte Frühjahrsgeschäft oder die großen Mengen am Markt. Für die Produktgruppe Rose wird es Zeit, Absatzgewohnheiten Revue passieren zu lassen. Zeit für Produktion und Fachhandel, Sortimente passgerecht auf Verbraucherwünsche zuzuschneidern. Zeit, den Gegenbeweis anzutreten, dass Rosen sich nicht nur im Sommer verkaufen lassen.

Zugegeben, etwas provokant ist die Überschrift schon. Wie kann eine Rose Ramsch sein? Die Rose, Sinnbild für Schönheit, Liebe und Erotik steht in der Beliebtheitsskala der Deutschen auf Platz 1 bei den Schnittblumen und Platz 3 bei den Zimmerpflanzen. Bei Gartenpflanzen ist die Vielfalt sehr viel größer, eine derartige Statistik daher nicht aussagekräftig. Eines ist jedoch sicher: Würde man Konsumenten nach ihren Vorlieben fragen, dann wäre die Rose mit Sicherheit auf den vorderen Plätzen. Denn jeder kennt sie, und aufgrund ihrer kulturellen Bedeutung wird sie unbewusst als hochwertig und wichtig wahrgenommen.
Und doch bekommt man jedes Jahr spätestens am Ende des Sommers den Eindruck, die Rose sei ein Ramschartikel.

So wird sie in den Monaten April bis Juni hochpreisig verkauft und ab Sommer zu Billigpreisen verhökert. Sie steht dann lieblos aufgereiht mit hängenden Blütenblättern unschön auf der Fläche. Nur während eines sehr kurzen Zeitraums im Sommer erscheint sie prominent am Hauptlauf. Doch auch dort entfaltet sie kaum ihr Potenzial.

Eine Verkaufspraxis, die dem Profil der Rose schadet – und die nur bei optimalen Wetterverhältnissen und prallen Geldbeuteln gut funktioniert. Beides ist jedoch nicht mehr verlässlich zu erwarten. Die „Geiz ist geil-Mentalität“ tritt in den Hintergrund; für Qualität wird wieder ein höherer Preis in Kauf genommen – vorausgesetzt, die Qualität ist erlebbar und der Kunde hat Vertrauen in Produkt und Händler. Das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen, und zwar nicht nur beim Kauf, sondern auch später im Garten.

Gute Chancen für den Facheinzelhandel
Für den Fachhandel eröffnen sich gerade dadurch gute Chancen, der Konkurrenz durch Billiganbieter zu begegnen. Die Rose ist dafür besonders geeignet, da sie per se als Qualitätsprodukt wahrgenommen wird – auch wenn sie im Discount-Handel viel verkauft wird. Unsere jahrhundertealte kulturelle Prägung ist nicht zu unterschätzen und ist auch durch Massenware und Billigpreise nicht grundsätzlich zerstörbar.

Damit die Rose nicht nur eine der beliebtesten Gartenpflanzen bleibt, sondern auch eine der umsatzstärksten wird, sind folgende Stellschrauben wichtig:

  • Interesse wecken!
  • Erlebnis ermöglichen!
  • Vertrauen schaffen und
  • Sicherheit geben!

Das gilt prinzipiell für alle Sortimente. Was es aber speziell für die Rose bedeutet, erfahren Sie im Folgenden.

Lesen Sie viele weitere Tipps für die Präsentation und den Verkauf in Ausgabe 10/ 2013 Deutsche Baumschule.