Grüne Branche

Gondwanaland: Leipzig eröffnet artenreichste Tropenerlebniswelt Europas

Am 1. Juli eröffnete die Tropenerlebnishalle in Leopzig und bietet etwa 300 exotischen Tieren und rund 17.000 tropischen Pflanzen. TASPO-Redakteurin Marion Sippel-Boland schaute sich das neue Tropenland an und berichtet darüber in der aktuellen TASPO Ausgabe 28.

Der Name Gondwana („Land der Gond“) geht auf ein Ur-Volk in Zentralindien zurück und bezeichnet den Urkontinent, als vor mehr als 100 Millionen Jahren Afrika, Südamerika und Teile Asiens eine gemeinsame Landmasse bildeten.

Die Tropenerlebniswelt Gondwanaland ist das größte Projekt des Zoos Leipzig im Rahmen seines innovativen Konzeptes „Zoo der Zukunft“. In einer überdachten Dschungellandschaft können Besucher Tiere und Pflanzen aus Asien, Südamerika und Afrika erleben und sich auf verschlungenen Wegen, über Baumwipfelpfade und per Boot über das Ökosystem tropischer Regenwälder informieren.

Von den ersten Planungen über die Finanzierung bis zur Fertigstellung sind inzwischen rund zehn Jahre vergangen. Der Spatenstich für das Projekt, das europaweit ausgeschrieben war, erfolgte am 28. November 2007. Ende Juni 2010 wurde das Hallendach geschlossen. Seit dieser Zeit lief die Ausgestaltung des Halleninneren. Mit ihrer Eröffnung am 1. Juli bietet die Tropenerlebnishalle etwa 300 exotischen Tieren und rund 17.000 tropischen Pflanzen eine naturnahe Heimat.

Sie ist damit die größte, artenreichste Tropenhalle Europas. Die Halle, eine freitragende Stahlkonstruktion mit einer Fläche von 16.500 Quadratmetern und einer lichten Höhe von 34,5 Metern hat die Form eines riesigen gleichschenkligen Dreiecks. Das Dach und die oberen Seitenwände bestehen aus dreilagigen, transparenten EFTE-Folienkissen, die zwischen Stahlgestänge eingelassen sind. Diese lassen die UV-Strahlung zu 100 Prozent durch, weshalb keine zusätzliche künstliche Beleuchtung nötig ist. Außerdem haben sie eine hohe dämmende Wirkung und halten die Wärme in der Halle.

Tagsüber wird die erzeugte Wärme in einem Erdwärmespeicher (100.000 Liter) gespeichert und nachts zum Heizen der Halle – aber auch zum Erwärmen des Brauchwassers und der Becken der Tiere – genutzt. Für die Übergangszeit und im Winter bezieht der Zoo Energie über das Fernwärmenetz der Leipziger Stadtwerke. Steigt die Temperatur über 28 Grad Celsius, öffnen sich die Dachfenster (Lüftungsantriebe von Lock) und Lüftungslamellen in der Fassade. Außerdem können Ventilatoren eingesetzt werden.

Darüber hinaus saugt einer der zwei künstlichen Baumriesen in der Mitte der Halle die heiße Hallenluft an, die über eine Wärmepumpe Wärme an den Erdwärmespeicher abgibt. Für die nötige tropische Luftfeuchte bis 75 Prozent sorgt ein großer Wasserfall und zusätzliche Wasserdüsen an den Lüftungseinlässen. In wichtigen Bereichen ist ein zusätzliches Befeuchtungssystem installiert.
Bepflanzung

Lesen Sie mehr über die Bepflanzung und verwendete Bewässerungstechnik in der TASPO Ausgabe 28.