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Good News: Profilieren mit Spezialitäten für den Fachhandel

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Es gibt einige Produkte, die dem Blumenfacheinzelhandel vorbehalten bleiben und mit denen der Systemhandel nichts anfangen kann. Manchmal sind es Nischenprodukte, manchmal florale Schätze, die unter den Floristen als solche schon anerkannt sind. Und nicht selten stehen ganz persönliche Geschichten dahinter. In unserer Serie „Good News“ werfen wir einen Blick auf drei solcher Produkte.

Nischenprodukt für Floristen: Seerosen. Foto: Pixabay

In Möhrfelden bei Frankfurt betreibt Ute Ahrlich eine Zierpflanzengärtnerei, Gesamtfläche etwa zwei Hektar, Schnittgehölze, Stauden und Bindegrün vermarktet sie über den Blumengroßmarkt (BGM) der Mainmetropole. Das Grundstück grenzt an einem See, zusätzlich gibt es zwei Teiche auf dem Gelände. Dort wächst dann etwas, mit dem sich der Franzose Claude Monet in die Kunstgeschichte malte – Seerosen.

Seerosen: Fachhandelsprodukt par excellence

In der Saison zwischen Mai und September klettert Ute Ahrlich nahezu täglich in wasserdichter Anglerkleidung in die Teiche oder fährt mit dem Boot das Seeufer ab. Dort schneidet sie Seerosen: etwa 30 Zentimeter Länge, 1A-Qualität, in Weiß, Gelb und in drei Rosa-Tönen. Zwischen 300 und 400 Stück erntet sie in der Woche von diesem Nischenprodukt, das in den Augen der Verbraucher durch das Flair des Exklusiven, des Kostbaren besticht. Ein Fachgeschäftsprodukt par excellence.

Im 10er-Bund vermarktet, kosten die Seerosen auf dem Frankfurter Blumengroßmarkt 1,00 Euro das Stück. Früher verkaufte Ahrlich einen Teil der damals bedeutend größeren Produktion auch über die Niederlande. Die Ware kam dann über Breitfahrer zurück auf den deutschen Markt, natürlich teurer als auf dem Frankfurter Blumengroßmarkt. Heute bleiben ihre Seerosen den Floristen in und um Frankfurt vorbehalten. Verkauft werden sie an die Endverbraucher zumeist in Glasgefäßen, die Haltbarkeit beträgt etwa eine Woche.

Ballonwein in Ampeln oder als Schnittware für Floristen

Ebenfalls als „ein Nebenprodukt“ bezeichnet Michael Stieger den Ballonwein, den er in Ampeln über den Blumengroßmarkt in Düsseldorf vermarktet. Die Saison beginnt für ihn im Juni, wenn das Hauptprodukt Margeriten Platz gemacht hat. Seine Jahresproduktion von etwa 250 großen Ampeln, Stückpreis zwischen zehn und zwölf Euro, ist „immer ruck zuck weg“, freut sich Stieger.

Ballonwein wird als einjährige Outdoor-Pflanze gehandelt. Die schnell wachsenden Ranken sind sehr attraktiv und werden auch als Schnittware in der Floristik genutzt – für Tischdekorationen und ebenfalls in Sträußen verarbeitet. Ein zweiter Anbieter auf dem Düsseldorfer Blumengroßmarkt, Udo Krücken, bietet daher Ballonweinranken im Schnitt an. Wobei die Floristen die Ballonweinranken der Ampeln auch bei Bedarf abschneiden.

Wie Seerosen ist auch Ballonwein ein Profilierungsprodukt für den Blumeneinzelhandel. Die Verbraucher – immer auf der Suche nach Neuem, Unverbrauchtem – erkennen darin ein (preislich nicht vergleichbares) Fachhandelsprodukt, das sie im Systemhandel kaum finden. Das war auch einmal bei Chili-Pflanzen so, die mittlerweile auch außerhalb des Blumenfachhandels zu finden sind. „Der Zenit ist seit drei, vier Jahren überschritten“, meint zumindest Rainer Pöstges, der mit seinem Großhandelsunternehmen auf dem BGM Düsseldorf vertreten ist.

Chili-Pflanzen (noch) „primär ein Fachhandelssortiment“

Auch wenn der „höhere Preisdruck durch die Gartencenter“ Chili-Pflanzen für den Blumeneinzelhandel je nach Standort unattraktiver haben werden lassen, sieht Rainer Pöstges darin doch noch „primär ein Fachhandelssortiment“. Dafür sprechen die Sortenvielfalt und das breite Verwendungsspektrum (essbar oder rein dekorativ). Chili-Pflanzen sind zudem pflegeleicht und ein Produkt, für das sich auch Männer begeistern können. Speziell, wenn sie aus einem breiten Sortiment auswählen dürfen und sich darunter Spezialitäten wie Habaneros oder Jalapenos befinden.

Der komplette Beitrag über Spezialitäten für den Fachhandel ist im Rahmen unserer Serie „Good News“ in der TASPO 44/2016 erschienen. Ein Exemplar der Ausgabe können Sie per Mail bei Melanie Schuhmacher bestellen.