Grabbepflanzung: Tipps vom Stauden-Experten

Veröffentlichungsdatum: , Therese Backhaus-Cysyk

Rudbeckia fulgida ‘Little Goldstar’ ist insektenfreundlich, wird 40 bis 50 Zentimeter hoch und blüht von August bis Oktober. Foto: Green Solutions

Stauden eignen sich als robuste, nachhaltige und insektenfreundliche Grabbepflanzung. Welche Arten und Sorten sich bewährt haben, erklärt der Stauden-Experte Wolfgang Siebler.

Attraktive Grabgestaltung mit Stauden und Gräsern

„Die Wechselbepflanzung hat zwar eine lange Tradition in der Friedhofskultur, doch in Bezug auf die aktuellen Themen Nachhaltigkeit und Insektenfreundlichkeit kann man vor allem mit Stauden und Gräsern attraktive Gräber gestalten“, zeigt Staudengärtnermeister Wolfgang Siebler, Inhaber von Stauden-Siebler in Schwarmstedt, auf und empfiehlt Friedhofsgärtnern, mindestens zwei insektenfreundliche Mustergräber anzulegen, mit kleinen Hinweistafeln zur Insektenfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. Solche Mustergräber sehen in der Regel nicht so akkurat und ordentlich aus wie auf den Bundesgartenschauen. Gerade durch diese Vielfalt und Lebendigkeit der Stauden lassen sich aber viele Kunden gewinnen.

„Ergänzen würde ich die Gräber mit Zwiebelpflanzen, durch die das Grab bereits in den ersten Frühlingsmonaten attraktiv erscheint. Je mehr Fläche man hat, desto eindrucksvoller und vielfältiger kann ein Staudengrab aussehen. Selbst ein einzelnes Urnengrab lässt sich mit Stauden schön gestalten, wobei ich denke, dass Urnengräber künftig stärker in Memoriam-Gärten oder NaturRuh-Anlagen eingebettet werden“, sagt Siebler.

Stauden, die sich in der Vergangenheit besonders bewährt haben

Bei der Frage, welche Grabstauden sich in den vergangenen fünf Jahren in Bezug auf das teils extreme Wetter besonders bewährt haben, erklärt Siebler: „Bei den Stauden-Bodendeckern haben sich niedrige Arabis-Arten wie Arabis procurrens/suendermanni oder Arabis ferdinandi-coburgii ‘Old Gold’ bewährt, wobei die buntlaubige Sorte ‘Old Gold’ manchmal wieder vergrünt.“ Weitere bewährte Bodendecker sind Siebler zufolge Antennaria dioica ‘Rotes Wunder’, Herniaria glabra ‘Serpyllifolia’, Sedum hybridum ‘Immergrünchen’ und Thymus praecox/serpyllum-Sorten.

Bei den etwas höheren Stauden konnten sich Siebler zufolge Bergenia cordifolia ‘Baby Doll’, Carex oshimensis ‘Everest’, Tiarella laciniata ‘Pink Skyrocket’ sowie die Insektenmagneten Calamintha nepeta ‘Triumphator’, Origanum vulgare ‘Compactum’ und Sedum spectabile/telephium-Sorten bewähren.

Stauden, die auf dem Grab unbedingt ausprobiert werden sollten

Stauden, die unbedingt einmal auf dem Grab ausprobiert werden sollten, seien etwa Allium senescens ‘Millenium’ oder die reine Art Allium senescens ssp. senescens, die Bienen und Hummeln anlocken. Ebenfalls insektenfreundlich sind die kompakte Rudbeckia fulgida ‘Little Goldstar’ sowie Pulmonaria saccharata ‘Trevi Fountain’ mit silbrig geflecktem Laub als ein Hingucker für halbschattige Standorte.