Grüne Branche

Graines Voltz: Gemüse-Jungpflanzen soweit das Auge reicht

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In Frankreich kennt jeder Gärtner Graines Voltz. 400 Seiten umfasst allein der Katalog rund um Beet- und Balkonpflanzen sowie Stauden – ohne Gemüse, das extra beworben wird. In Deutschland ist das Unternehmen vor allem dank seines Gemüseprogramms „La sélection du Chef“ bekannt geworden. Wir haben im Jungpflanzen-Betrieb in Brain sur l‘Authion nahe Angers hinter die Kulissen geblickt.

Ralf Schräder, Produktmanager bei Graines Voltz, zeigt die Wurzelentwicklung einer Tomaten-Jungpflanze. Foto: Therese Backhaus-Cysyk

Rund 80 Millionen Jungpflanzen pro Jahr

Wer sich im Frühjahr im Jungpflanzen-Betrieb von Graines Voltz umschaut, der sieht Jungpflanzen soweit das Auge reicht. Auf Gittertischen, die automatisch zwischen den einzelnen Abteilungen hin und her bewegt werden können, wachsen die Sämlinge – von Auberginen bis Tomaten – in Trays mit 126 oder 288 Jungpflanzen pro Platte heran.

„Im Jahr produzieren wir unter drei Hektar Glasfläche rund 80 Millionen Jungpflanzen“, erklärt Erwan Perrot, Produktionsleiter im Jungpflanzen-Betrieb von Graines Voltz. Drei halb automatische Aussaat-Maschinen laufen in der Hochsaison 16 Stunden am Tag. Die Mitarbeiter arbeiten acht Stunden im Zwei-Schicht-System an der Maschine.

Produktionsplan mit 3.000 verschiedenen Saatgut-Variationen

Trays werden eingestellt, eventuell muss nachgesät werden, der Bildschirm wird beobachtet und dabei die Sästraße nicht aus den Augen gelassen. 3.000 verschiedene Saatgut-Variationen pro Tag stehen auf dem Produktionsplan, erläutert Perrot. Jedes Tray erhält einen Barcode und kann somit durch die gesamte Produktion nachverfolgt und kontrolliert werden.

Auch an den Rolltischen ist Handarbeit gefragt. Hier arbeiten in der Saison rund 25 Mitarbeiter – meist Frauen – am Tag, die die einzelnen Jungpflanzen-Partien kontrollieren und nachpikieren. „Wir erhalten eine bessere und gleichmäßigere Qualität der Jungpflanzen-Trays, wenn wir per Handarbeit nachbessern“, erklärt Perrot.

Wenn eine Kiste einer Sorte bestellt wird, werden zwei Kisten ausgesät, damit ausreichend Jungpflanzen in guter Qualität zum gewünschten Bestelltermin zur Verfügung stehen.

Graines Voltz sät auch Gemüsesamen für Europa aus

Seit rund drei Jahren werden hier bei Graines Voltz auch Gemüsesamen für Europa ausgesät. Neben ausgeklügelten Belichtungs- und Raumtemperatur-Einstellungen sorgt eine spezielle Keimkammer für eine gleichmäßige Keimung.

Die größte Herausforderung für eine gute Jungpflanzen-Qualität sieht Perrot beim Thema Bewässerung. Fünf erfahrene Mitarbeiter sind im Betrieb für alle Fragen rund um die Bewässerung zuständig, zeigt er auf. Bis mittags um 12 Uhr ist die automatische oder partiell gesteuerte Bewässerung abgeschlossen, damit die Jungpflanzen abtrocknen können.

Logistische Meisterleitung am Ende der Kulturzeit

Am Ende der Kulturzeit, die je nach Sorte zwischen 21 und 48 Tagen dauert, steht die logistische Meisterleistung. „Es gibt Phasen, in denen wir vier bis fünf Millionen Jungpflanzen an zwei Tagen für den Versand packen“, zeigt Perrot auf. Und einige davon werden ganz bestimmt auch bei deutschen Produzenten ankommen.

Ein weiterer Schwerpunkt von Graines Voltz in Brain sur l‘Authion ist die Saatgut-Abteilung. Mehr dazu lesen Sie in unserem großen Betriebsporträt in der TASPO 17/2019, die Sie im TASPO Online-Shop abrufen können.