Grüne Branche

Greening: BdB verbucht Teilerfolg

Zumindest einen Teilerfolg können die in den vergangenen Wochen erfolgten Bemühungen des Bundes deutscher Baumschulen (BdB), unter anderem im Agrarausschuss des deutschen Bundestages, zum Thema Greening verbuchen. Wie BdB-Hauptgeschäftsführer Markus Guhl während der BdB-Sommertagung mitteilte, habe Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner zugesagt, die Baumschulen von der geforderten Anbaudiversifizierung auszunehmen. 

BdB-Präsident Karl-Heinz Plum auf der BdB-Sommertagung. Foto: Sabine Müller

Hintergrund sind die zurzeit laufenden GAP-Verhandlungen (siehe TASPO 15, 19 und 20/12). Die von der EU-Kommission geforderten Greening-Maßnahmen, insbesondere die in Aussicht gestellte siebenprozentige Flächenstilllegung im Sinne des Ökoausgleichs, seien für die deutsche Baumschulwirtschaft keinesfalls hinnehmbar, erklärte dazu BdB-Präsident Karl-Heinz Plum. Sie führten zu Einkommensverlusten und nicht zuletzt zu einer künstlichen Verknappung landwirtschaftlicher Nutzflächen.

Plum nutzte die Gelegenheit und forderte den anwesenden sachsen-anhaltinischen Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens auf, sich im Rahmen seiner Länderkollegen und gemeinsam mit Ministerin Aigner für die Belange der Baumschulwirtschaft einzusetzen.

In seiner Antwort sagte Aeikens, dass der Hinweis auf die bereits vorhandene ökologische Vielfalt in der Baumschulproduktion die Politik noch nicht ganz habe überzeugen können. Die Anerkennung von Flächen zwischen den Baumreihen werde auch verwaltungstechnisch als problematisch angesehen. Aus Sicht des Ministers könnte die Anwendung der Kleinlandwirte-Regelung für Betriebe bis zu 15 Hektar Größe aber Entlastung bringen, da diese Betriebe von Verpflichtungen wie Greening oder Cross Compliance befreit sind.

In seinen Ausführungen auf der Sommertagung im sachsen-anhaltinischen Freyburg verwies BdB-Präsident Plum noch einmal auf die besondere Bedeutung der Baumschulwirtschaft für die Gesellschaft hin, dies einerseits als Begründer und Bewahrer von Parks und Gärten im ästhetischen Sinne, zum anderen aber auch als wichtiger Baustein zur Wahrung des Klimagefüges. Um künftigen Herausforderungen gewachsen zu sein, befasse sich die Branche bereits seit Jahren damit, Gehölzsortimente zu entwickeln, die auch in Zukunft und unter veränderten klimatischen Bedingungen ihrer Funktion in Stadtraum und Landschaft gerecht werden könnten.

Neben den aktuellen Diskussionen zur Reform der europäischen Agrarpolitik griff die BdB-Sommertagung als weiteren wichtigen Themenkomplex den Entwurf des Bundesbaugesetzes auf. Er sieht vor, dass Ausgleichsflächen künftig nicht mehr ausschließlich in der freien Natur angesiedelt sein sollen. Vermittels sogenannter Ökokonten werde so die Investition in hochwertiges Grün in den Städten möglich. Da der BdB diesen Ansatz ausdrücklich unterstützt, bat Plum Landwirtschaftsminister Aeikens auch hier um politischen Rückhalt.

Weitere Themen der BdB-Sommertagung lesen Sie in einem Interview mit dem Verbandspräsidenten Karl-Heinz Plum in der aktuellen TASPO Ausgabe 28/2012. (ks)