Grüne Branche

Großmärkte mit zu viel Fläche

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Nicht nur die Digitalisierung bringt es mit sich, dass sich der Transformationsprozess im internationalen Blumenhandel stetig verstärkt. Berührt davon sind auch die Blumengroßmärkte, wobei neben der Auslastung der Flächen vor allem eine Frage immer bedeutender wird: Wie stellen sich die traditionellen Handelsplattformen zukünftig gegenüber der Öffentlichkeit dar?

Was für den Handel mit Blumen und Pflanzen gilt, das trifft auch auf Obst und Gemüse zu. Ein gutes Beispiel, wie den neuen Herausforderungen begegnet wird, bietet der Großmarkt in Hamburg. Foto: Blumengroßmarkt Hamburg

Ansatz Floriworld: Den Verbraucher im Blick

In den Niederlanden wird längst an neuen Konzepten gearbeitet. Verbunden wird dabei die zukünftige Nutzung von Überhangflächen mit neuen Überlegungen zur Öffentlichkeitsarbeit. So soll in Aalsmeer im kommenden Jahr mit der „Floriworld“ (siehe TASPO 2/18) so etwas wie ein Erlebnispark für Verbraucher entstehen, bei dem Blumen, Pflanzen, Floristik und andere Disziplinen in einen Zusammenhang gebracht werden. Dem zugrunde liegt eine neue Geisteshaltung – gedacht wird vom Endverbraucher her. Was interessiert die Konsumenten, was lässt sich wie zeigen, um die Wertigkeit von Blumen und Pflanzen zu erhöhen? Angedacht ist so etwas wie ein „Keukenhof 3.0“, ein Ort, an dem die vielfältigen Geschichten zu Blumen und Pflanzen neu erzählt werden.

Was für den Handel mit Blumen und Pflanzen gilt, das trifft auch auf Obst und Gemüse zu. Ein gutes Beispiel, wie den neuen Herausforderungen begegnet wird, bietet der Großmarkt in Hamburg. Sein Marktgelände umfasst 27,3 Hektar und liegt im Stadtteil Hammerbrook, im Herzen der Stadt. Erbaut 1962, umfasst die seit 1996 unter Denkmalschutz stehende Obst- und Gemüsehalle im Erdgeschoss 40.000 Quadratmeter. 1984 wurde auf dem Gelände auch der Blumengroßmarkt mit über 10.000 Quadratmetern reiner Vermarktungsfläche angesiedelt. Allein im Bereich Obst und Gemüse bieten rund 240 Großhändler ihre Waren an, mehr als 4.000 Einzelhändler und Gastronomen kaufen dort regelmäßig ein.

Großmarkt Hamburg veranstaltet Food Market

Hinzu kommen auf dem Blumengroßmarkt 140 Anbieter, die rund 1.800 Blumeneinzelhändler betreuen. Lange Jahrzehnte galt: Beide Großmärkte sind zwar das Frischezentrum im Norden, doch für die Verbraucher terra incognita. Da ihnen die Hallen grundsätzlich verschlossen blieben, war auch die Kommunikationspolitik defensiv.

Doch das hat sich geändert. So wurde 2006 in Kooperation mit der Zeitschrift „Der Feinschmecker“ der erste „Food Market“ veranstaltet. An einem Wochenende (2018: 8. und 9. September) bieten in einem Teil der Großmarkthalle regionale Erzeuger und Gastronomen den Konsumenten ihre Produkte an. Der Market ist längst eine feste Größe im Veranstaltungskalender der Hansestadt, 2017 gab es eine weitere Veranstaltung für Vegetarier.

Einnahmen aus „Mehr! Theater“ sorgen für stabile Mieten

2013/2014 wurden Überhangflächen des Großmarktes von immerhin 4.000 Quadratmetern räumlich abgetrennt. Eingezogen ist dort das „Mehr! Theater“, seither ebenfalls eine feste Größe in Hamburg. „Die Einnahmen tragen dazu bei, dass wir die Mieten konstant halten konnten“, erklärt Alexandra Adler, verantwortlich für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit des Großmarktes.

Seit mehreren Jahren wird darüber hinaus der Parkplatz des Großmarktes für Open-air Veranstaltungen genutzt. Einen legendären Ruf genießt das Harley-Festival, wie in den vergangen Jahren wird es wieder Konzerte geben. Die Vorteile für Veranstalter und Publikum liegen auf der Hand: Es gibt, Stichwort Lärmbelästigung, keine Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe, und das Gelände liegt nahe am Hauptbahnhof.

Den gesamten Artikel lesen Sie in TASPO 22/2018