Grüne Branche

Großphytotron eröffnet

Ein großer wissenschaftlicher Traum hat sich jetzt mit der Eröffnung des Großphytotrons am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) am Standort Großbeeren erfüllt. Nur ein Jahr hat man für den Bau der Forschungsanlage benötigt, wobei Zeitplan und auch die budgetierten Kosten von rund sechs Millionen Euro im geplanten Rahmen gehalten wurden. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Fond für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landes- und Bundesmitteln.

Weltweit einmalig: das Phytotron. Foto: Marc Vorwerk.

Das Großphytotron dürfte in seiner Ausdehnung, Leistungsfähigkeit und Komplexität einmalig auf der Welt sein. Das Phytotron besteht aus drei komplexen Anlagen zur Kultivierung von Pflanzen unter geregelten Umgebungsbedingungen. Das Kernstück bilden Gaswechselgewächshäuser, die es ermöglichen, die Spross- und die Wurzelumgebung von Pflanzen komplett voneinander getrennt zu klimatisieren und dabei den Gaswechsel der Pflanzen und der mit ihnen verbundenen Mikroorganismen genau zu bestimmen. „Der Gaswechsel ist im oberirdischen Bereich schon gut erkundet,“ erklärt Institutsleiter Prof. Dr. Eckhard George. „Im unterirdischen Bereich wie den Wurzeln oder dem wurzelnahem Boden ist der Gaswechsel weit weniger erforscht. Mit dem Phytotron können wir hier unter exemplarischen Bedingungen jede Art von Emissionen und Umweltgase simulieren.

Der Gaswechsel wird bei allen Prognosen zum Klimawandel eine große Rolle spielen, weil die Kohlenstoffbilanz auf der Welt eben auch vom Verhalten der Pflanzenwurzel abhängt.“ Ein weiterer Aspekt und Forschungsansatz sei die Untersuchung von Schadgasen in städtischen Umgebungen, die bislang nur schwer kontrollier- und erforschbar waren. Im Phytotron kann man nun Emissionen in gefährdeten Städten oder Regionen nachstellen und die Auswirkungen von Schadgasen untersuchen.
Spätestens in drei Jahren soll eine erste Bilanz gezogen werden. Und schon jetzt bemühen sich Wissenschaftler auch anderer Disziplinen für eine Kooperation mit dem IGZ, um von den Ergebnissen profitieren zu können. mv