Grüne Branche

Grow Bags: Mut zur Nachhaltigkeit im Gemüsebau

Auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) 2012 in Essen stellte das westfälische Erdenwerk Kleeschulte seine neuen Gemüse Grow Bags erstmals dem Markt öffentlich vor. Der Papenburger Gartenbau-Betrieb Albers setzte dieses Substrat – bestehend aus der Substratfaser Topora und Perlite – in seinen Kulturen ein. Thomas Albers Fazit: sehr vielversprechend. 

Thomas Albers testete in seinem Gartenbau-Betrieb in Papenburg die neuen Gemüse Grow Bag von Kleeschulte. Werkfoto

„Ein neues Substrat in einer Kultur einzusetzen, dazu gehört auch immer ein wenig Mut. Viel zu groß ist das Ausfallrisiko, wenn das neue Substrat nicht den Anforderungen entspricht. Darum testen wir das Substrat von Kleeschulte Erden für unsere Gurken bereits seit drei Jahren intensiv“, berichtet Thomas Albers. „Und das Substrat ist sehr vielversprechend. Wir sehen keinerlei Unterschiede zu den Kulturen aus herkömmlichen Substraten. Das ist großartig“, berichtet Albers.

Für den professionellen Gemüsebau bietet das Substrat nach Herstellerangaben optimale Voraussetzungen: Es zersetzt sich nicht, es bleibt bis zum Kulturende strukturstabil und die Einwurzelung in das Substrat ist perfekt. „In Papenburg haben mehrere Betriebe bereits von Anfang an die Entwicklung der nachhaltigen Grow Bags von Kleeschulte mit Tests begleitet. Der Gemüsebau-Beratungsring Papenburg hatte die Verbindungen hergestellt. Man ist sich hier sehr sicher, dass Alternativen zur herkömmlichen Steinwolle in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Wer da mithalten möchte, muss sich heute kümmern“, weiß Albers aus Erfahrung.

Dabei schätzt Albers die Vorzüge der Kleeschulte-Grow Bags: „Nicht nur, dass die Rohstoffe regionaler deutscher Herkunft sind. Die Substratfaser Topora als Hauptbestandteil ist nachwachsend, umweltfreundlich und wirtschaftlich interessant“, beschreibt der Fachmann seine Beweggründe für den Substrateinsatz. „Wir können das Substrat am Ende der Kulturdauer einfach als wertvollen Dünger und ohne Einschränkung auf die Felder der Region bringen. Das entlastet uns sehr.“

Sonst müssen die Gemüsebaubetriebe die verbrauchte Steinwolle an Ziegeleien liefern, die diese dann weiterverarbeiten können. Das ist logistisch teuer und aufwendig. Alternativ kann Steinwolle nach der Kultur als Zuschlagstoff für Torf für andere Anbaubetriebe genutzt werden. Das funktioniert allerdings nur in kleinen Mengen und wenn ein entsprechender Betrieb im Umfeld ist. Es kämen ebenso Kokosmatten infrage. Deren Produktion ist allerdings mit einem enormen Wasserverbrauch verbunden. Der anschließende Transport aus den Ursprungsländern kann ebenfalls nicht als nachhaltig bezeichnet werden.

Im Erdenwerk Kleeschulte reagiert man bereits jetzt auf das große Interesse nach den nachhaltigen Grow Bags. Vertriebsleiterin Ulrike Fockenberg: „Die Erweiterung unserer Produktionskapazitäten ist in Planung und wird in nächster Zeit umgesetzt. Weitere erfolgreiche Tests mit unserem Substrat laufen aktuell für Tomaten, Paprika und Erdbeeren. Gartenbau-Betriebe, die die Grow Bags oder das lose Gemüse-Substrat für sich testen möchten, können jederzeit gerne Proben anfordern.“

Der Gartenbaubetrieb Albers indes geht davon aus, dass in spätestens zwei Jahren ganze Kulturen auf das Kleeschulte-Substrat umgestellt werden. Gute Karten also für Nachhaltigkeit in den Gemüsebaubetrieben.

Kontakt: Kleeschulte Erden GmbH & Co. KG, Briloner Straße 14, 59602 Rüthen, Internet: www.kleeschulte-erden.de.

Diesen und weitere Beiträge zum Thema lesen Sie auf fünf Seiten in unserem TASPO Extra „Dünger und Substrate“ in der aktuellen TASPO Ausgabe 30/2012. (ts)