Grüne Branche

Grün auf zunehmende Hitze in Städten reagieren

In den Großstädten wird es immer heißer. Deshalb ist es nach Ansicht von August Forster, dem Präsidenten des Bundesverbandes Garten,- Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) wichtig, mehr lebendiges Grün und grüne Bauweisen in die Stadtplanung mit einzubeziehen.

Schon Grünflächen in der Größe eines Fußballfeldes können bei der Regulierung des städtischen Klimas helfen. Foto: BGL

Die Ergebnisse zu den Temperaturveränderungen stammen aus einer Studie, die das Fachmagazin „Environmental Research Letters“ durchgeführt hat. Demnach wurden von 1973 bis 2012 in mehr als der Hälfte der weltweit 217 analysierten Städte deutlich längere Hitzeperioden verzeichnet. Die meisten Hitzewellen traten in den jüngst vergangenen Jahren auf.

Mit lebendigem Grün und Grünflächen zur Regulierung beitragen

"Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Maßnahmen zur Regulierung des städtischen Klimas in Zukunft immer wichtiger werden. Angesichts der Tatsache, dass wir uns auch in Deutschland vermehrt dem Phänomen der Hitzeereignisse ausgesetzt sehen, gilt es in der Stadtplanung und -entwicklung vermehrt auf die Effekte von lebendigem Grün und grüner Bauweisen zu setzen. Hierbei sind nicht immer große Lösungen notwendig, schon kleine Maßnahmen können nachhaltig auf das Stadtklima einwirken“, erläutert August Forster.

So hätten schon mehrere kleine Grünanlagen von der Größe eines Fußballplatzes positive Kühlungseffekte auf die nähere Umgebung. So entstünden weniger Hitzeinseln. „Stadtplaner sollten zukünftig auch darauf achten, dass bei Grünflächen die Bebauung der direkten Umgebung so gestaltet wird, dass Frischluftschneisen entstehen, die die kalte Luft von außerhalb in die Stadt führen und die warme abtransportieren“, fügt Forster an.

Grüne Bauweisen anwenden, wo keine Grünflächen möglich

Auch Innenhöfe sollten verstärkt landschaftsgärtnerisch geprägt sein. „Grüne Bauweisen“ wie Fassaden- und Dachbegrünung kommen dort zum Einsatz, wo angesichts der vorgesehenen Nutzung keine Bodenentsiegelung oder Anlage von Grünflächen möglich ist. Sie kompensieren ebenfalls teilweise die Flächenversiegelung, reinigen das Regenwasser, speichern beziehungsweise verdunsten ganz oder teilweise die Niederschläge und entlasten dadurch die Kanalisation.

Gleichzeitig sorgen die grünen Bauweisen auch für ein angenehmeres Stadtklima, steigern die Attraktivität einer Stadt, verbessern die Biodiversität, reduzieren die Luftverschmutzung und mildern den Hitzeeffekt.

Charta Zukunft Stadt zur Förderung grüner Bauweisen

„Aus den genannten Gründen ist die Förderung grüner Bauweisen und Freiflächen in Städten und Kommunen ein wesentliches Anliegen der Charta Zukunft Stadt und Grün, die der BGL zusammen mit mittlerweile über 40 weiteren Unterzeichnern aus Wirtschaft, Institution und Verbänden initiiert hat“, sagt Forster. (ts)