Grüne Branche

Grüne Berufe attraktiver machen: Was wollen Azubis?

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Der Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt ist groß – aber für die grünen Berufe nicht chancenlos. Vorausgesetzt, man schaut auf die Bedürfnisse der jungen Leute. Und ist bereit, über das Lohnniveau nachzudenken. Auszüge einer aktuellen Studie, zusammengestellt von Fachredakteurin Katrin Klawitter.

Potenzielle Azubis favorisieren laut Studie ein gutes Betriebsklima, sichere Arbeitsplätze und sehr gute Übernahme-Chancen. Foto: Aurelio / Fotolia

Agrarbranche: Herausforderung Fachkräftebedarf

Die Lage ist bekanntermaßen nicht leicht: Den Fachkräftebedarf ihrer Branchen zu sichern, ist nicht nur für die gesamte Agrarwirtschaft eine große Herausforderung. Denn die Agrarberufe stehen in Konkurrenz zu vielen anderen, vermeintlich attraktiveren Berufen. Zu den Folgen des demografischen Wandels, der immer weniger potenzielle Azubis beschert, kommt hinzu, dass immer mehr Schulabsolventen höhere Schulabschlüsse erlangen.

Es wird in Zukunft also immer mehr darum gehen, Schulabsolventen für eine duale Berufsausbildung statt eines Studiums zu begeistern. Ein Ziel, das sich auch das Bundesbildungsministerium auf die Fahnen geschrieben hat. Und das eine neue Studie des Ausbildungsexperten Wolfgang Kawollek unterstreicht, die er im Auftrag des Vereins zur Förderung der Land- und Forstarbeiter (Kassel) und gefördert von der Landwirtschaftlichen Rentenbank (Frankfurt am Main) durchgeführt hat. Diese Studie mit dem Titel „Ausbildungsberufe der Agrarwirtschaft – Fakten – Daten – Zahlen“ liefert eine ganze Reihe an Vorschlägen, wie sich Agrarberufe für die jungen Menschen wieder attraktiver gestalten lassen. Etwas Tröstliches vorab: Laut einer Sonderauswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ist „ein gestiegenes Interesse von Studienberechtigten an der dualen Berufsausbildung zu konstatieren“.

Was erwarten die jungen Leute von einem Ausbildungsplatz?

Das Bundesinstitut für Berufsbildung ist laut Studie in einer Untersuchung der Frage nachgegangen: Was wünschen sich Jugendliche von ihrem zukünftigen Ausbildungsberuf beziehungsweise Ausbildungsbetrieb? Ein Blick zeigt, dass Betriebe für Jugendliche dann besonders attraktiv sind, wenn diese das „Potenzial eines langfristigen Arbeitgebers“ haben. So favorisieren sie ein gutes Betriebsklima, sichere Arbeitsplätze und sehr gute Übernahme-Chancen. Neben einem guten Image spielen zudem besonders die Vereinbarkeit von Freizeit und Ausbildung oder die moderne Ausstattung eine Rolle; aber auch bestimmte monetäre Aspekte wie eine finanzielle Unterstützung, etwa durch einen Fahrkostenzuschuss oder die Bezahlung von Überstunden. Alles Dinge, die grüne Unternehmen durchaus leisten können.

Nachrangig ist für die Befragten übrigens erstaunlicherweise, ob der Betrieb zu Beginn der Ausbildung materielle Anreize wie ein iPhone oder einen Dienstwagen anbietet oder ob der Betrieb in sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook, Xing oder Twitter vertreten ist. Ebenfalls vergleichsweise wenig Wert legen die Bewerber darauf, zusammen mit vielen anderen Auszubildenden im Betrieb ausgebildet zu werden – tröstlich für Kleinbetriebe.

Interessant ist auch, dass eine Mehrheit der Befragten der Aussage zustimmten: Wenn mir ein Ausbildungsbetrieb sehr gut gefällt, mache ich auch Kompromisse beim Ausbildungsberuf. Diese Aussage ist bezogen auf die Agrarwirtschaft von besonderer Bedeutung, haben doch die Agrarberufe nicht immer das beste Image, so Kawollek.

Wie die Ausbildungsberufe in der Grünen Branche im Hinblick auf die Entlohnung im Vergleich mit anderen Berufen abschneiden und weitere Fakten zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe (48/2017) der TASPO.