Grüne Verbände: „Klima-Gerechtigkeit wird zwingende Aufgabe“

Veröffentlichungsdatum: , Daniela Sickinger / TASPO Online

Gastgeber des parlamentarischen Abends zum Thema Stadtgrün (v. l.): BGL-Präsident Lutze von Wurmb, bdla-Präsident Till Rehwaldt, ZVG-Präsident Jürgen Mertz und BdB-Präsident Helmut Selders. Foto: ZVG/Rafalzyk

Ganz im Zeichen des Themas Stadtgrün stand der gemeinsame parlamentarische Abend von ZVG, BdB, BGL und bdla. Urbanes Grün brauche Wertschätzung und Förderung, um sein Potenzial zu entfalten, betonten dabei die Verbände und forderten passende Rahmenbedingungen und Planungssicherheit.

Verbände laden zum Austausch über das Thema Stadtgrün

Unter der Schirmherrschaft von Gitta Connemann, CDU/CSU-Bundestagsabgeordnete und Bundesvorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, hatten der Bund deutscher Baumschulen (BdB), der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla), der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) und der Zentralverband Gartenbau (ZVG) am 22. März zum gemeinsamen parlamentarischen Abend geladen und dem Austausch über das wichtige Thema Stadtgrün geladen. Zum urbanen Grün gehören unter anderem Klimabäume, öffentliche Parks und Grünanlagen, artenreiche Friedhöfe, aber auch bepflanzte Verkehrsinseln, wie die Grünen Verbände bei der Veranstaltung in Berlin deutlich machten.

Grünanlagen müssen geplant, gebaut, bepflanzt und gepflegt werden

Auch wurden die konkreten Vorteile von Stadtgrün aufgeführt. So reduzieren Pflanzen Feinstaub und die CO2-Belastung, zudem senken sie die Temperatur in bebauter Umgebung, führten die Gastgeber des parlamentarischen Abends an. Ein vielseitiges Sortiment an Gehölzen, Stauden und Zierpflanzen sichere außerdem die Biodiversität in Städten und Kommunen. Nicht zuletzt hätten die vergangenen zwei Pandemie-Jahre gezeigt, wie wichtig der Aufenthalt der Menschen in Natur und Grünanlagen ist, um Einschränkungen in anderen Lebensbereichen auszugleichen.

Für grüne, artenreiche und somit klimaresiliente Städte müssen allerdings Pflanzen produziert, Anlagen geplant, gebaut sowie fachkundig bepflanzt und gepflegt werden, betonten die Gastgeber und nutzten den parlamentarischen Abend, um passende Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für Stadtgrün zu fordern.

Eigenständiges Förderprogramm für grün-blaue Infrastruktur gefordert

Gemeinsam mit der Branche seien Handlungsempfehlungen für qualitätsvolles urbanes Grün entwickelt und im Weißbuch Stadtgrün veröffentlicht worden – das sei ein wichtiger Meilenstein gewesen, auf dem nun aufgebaut werden müsse, wie BdB, bdla, BGL und ZVG gemeinsam unterstrichen. In diesem Zusammenhang setzten sich die Präsidenten der vier Grünen Verbände unter anderem für die Einrichtung eines eigenständigen, langfristigen Förderprogramms für die grün-blaue Infrastruktur ein.

„In den vergangenen Jahren hat bereits ein Umdenken eingesetzt, aber ein Paradigmenwechsel, der aufgrund der Klimakrise notwendig wäre, wurde bis jetzt nicht fokussiert angegangen“, so die Präsidenten von BdB, bdla, BGL und ZVG. „Neben den ökologischen Folgen werden die sozialen Auswirkungen des Klimawandels aber immer deutlicher. Klima-Gerechtigkeit wird zur zwingenden Aufgabe. Der Qualität der Freiräume in Stadt und Land im Hinblick auf Nachhaltigkeit, Werthaltigkeit, Ressourcenschonung und Biodiversität kommt im Kontext Bauen eine besondere Bedeutung zu. Wir müssen uns aktiv einbringen, um der Verantwortung der Grünen Verbände und der gesellschaftlichen Relevanz ihrer Mitglieder gerecht zu werden.“