Grüne Branche

Grüne Verbände veröffentlichen Branchenempfehlung zur Torfreduktion

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Der Zentralverband Gartenbau (ZVG), der Bund deutscher Baumschulen (BdB), der Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) und der Verband Deutscher Garten-Center (VDG) haben gemeinsam eine Branchenempfehlung zur Reduktion des Torfeinsatzes veröffentlicht. Der Fokus wurde dabei auf den Fachhandel gelegt, um den Torfeinsatz bei Produkten für den Endverbraucher zu reduzieren.

Die Grünen Verbände veröffentlichen eine gemeinsame Branchenempfehlung zur Torfminderung. Foto: bernswaelz / Pixabay

Reduktion muss technisch und wirtschaftlich umsetzbar sein

Laut gemeinsamer Pressemitteilung setzen sich alle Beteiligten, von der Produktion bis zum Fachhandel, kontinuierlich für eine Reduktion des Torfanteils in Blumenerden und Kultursubstraten ein. Die Unternehmen des Fachhandels und der gärtnerischen Produktion setzen die Reduktion von Torf in Blumenerden und Kultursubstraten in die Praxis um, daher müsse diese sowohl technisch, als auch wirtschaftlich umsetzbar sein. Ziel sei es zudem, die vor- und nachgelagerten Marktpartner davon zu überzeugen, die angestrebten Reduktionsziele ebenfalls umzusetzen. Voraussetzung sei auch die Verfügbarkeit von nachhaltigen Torfersatzstoffen. Hintergrund der Reduktion von Torf ist der Klimaschutzplan 2050, in dem die Verwendung von Torf als Kultursubstrat deutlich zurückgeführt werden solle.

Torfreduktion zur Senkung der CO2-Emissionen

Die Verringerung des Torfanteils in Sackerden für den Endverbraucher, sowie auch in Erden des produzierenden Gartenbaus könne einen Beitrag leisten, die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren. Zudem gelte es, die Ziele des Klimaschutzplanes 2050 einzuhalten, betonten die Verbände in der Branchenempfehlung. Bereits heute sind torffreie und torfreduzierte Substrate im Handel und im Produktionsgartenbau im Einsatz. In diesem Zusammenhang werde auch ausdrücklich begrüßt, dass sich die Erdenindustrie Ziele gesetzt habe, den Torfanteil in Hobbyerden und bei Kultursubstraten zu verringern.

Erdenindustrie legt sich Ziele auf

Die Substratindustrie sei sich laut Meldung des Industrieverband Garten (IVG) ihrer gesellschaftlichen Verantwortung voll bewusst und strebe an, die Ziele der Europäischen Union zur Reduzierung der CO2-Emissionen für die kommenden Jahre zu erreichen. Unter den derzeitigen Voraussetzungen und qualitativen Ansprüchen werde die Branche daher bis 2025 den Anteil von anderen Ausgangsstoffen als Torf in Hobbyerden auf 50 Prozent und bei Kultursubstraten auf 20 Prozent erhöhen. In einem zweiten Schritt sollen die Anteile von anderen Ausgangsstoffen ab 2030 auf 70 Prozent bei Hobbyerden und auf 30 Prozent bei Kultursubstraten aufgestockt werden. „Die Quoten stellen aus Sicht der Branche das Maximum dar, das unter Gesichtspunkten der Güte und Verfügbarkeit der Ausgangsstoffe nach jetzigem Kenntnisstand erreicht werden kann“, sagt Anna Hackstein, Geschäftsführerin des IVG. Eine weitere Steigerung der Quote ab 2030 sei zudem denkbar, wenn wesentliche Voraussetzungen aus der Selbstverpflichtung auch von der Politik umgesetzt worden sind, die Verfügbarkeit anderer Ausgangsstoffe gesteigert und die Akzeptanz für die veränderten Hobbyerden und Kultursubstrate beim Anwender geschaffen wurde. Wichtige Aspekte im Dialog mit der Politik seien dabei unter anderem die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die entsprechende Verfügbarkeit von hochwertigen Rohstoffen. „Die Gespräche über diese und andere Themen werden bereits seit einiger Zeit sehr konstruktiv geführt und hoffentlich auch in Zukunft fortgesetzt“, so Hackstein.

Europäische Vorgehensweise gefordert

Die Verbände weisen allerdings vor diesem Hintergrund darauf hin, dass auch bei allen freiwilligen und geplanten Maßnahmen nicht außer Acht gelassen werden dürfe, dass der Handel mit Blumenerden grenzüberschreitend erfolgt. Hier gelte es, Wettbewerbsverzerrungen vorzubeugen, durch die Schaffung einer europaweiten übergeordneten Vorgehensweise. Nur so könne die Reduktion von Torf nicht zu Lasten des deutschen Fachhandels und der gärtnerischen Produktion fallen. Die Branchenempfehlung zur Reduktion des Torfeinsatzes von ZVG, BdB, BHB und VDG kann unter diesem Link heruntergeladen werden.

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