Grüne Branche

Hagelschäden: auch die Folgekosten sind weitreichend versicherbar

Wenngleich Großschäden – wie sie sich am Wochenende des 27./28. Juli in Ostwestfalen/Niedersachsen und in Baden-Württemberg ereignet haben – glücklicherweise eher selten auftreten, rät die Gartenbau-Versicherung (GV) dringend, stets versicherungstechnische Vorkehrungen für solche Extremfälle mit Totalschaden zu treffen. Denn nur ein umfassendes Risiko-Management kann die Existenz eines Betriebes und somit seinen Fortbestand nach solch einem Ereignis absichern.

Versicherungsschutz besteht auch für Aufräumungs- und Entsorgungskosten. Foto: GV

Mit ihren Versicherungsprodukten Gartenbau-Betriebsversicherung (GBV) sowie dem daraus entwickelten Neuprodukt Hortisecur G bietet die GV zunächst Versicherungsschutz gegen den akut entstandenen Schaden. Hierzu gehören Schäden an den Gewächshausanlagen, Kulturen, Maschinen, Anlagen und Geräten sowie Gebäuden und deren Inhalt. Darüber hinaus umfasst der Versicherungsschutz insbesondere auch die Kosten für Aufräumungs- und Entsorgungsarbeiten, die erheblich ausfallen können.

Schäden, die aus einer etwaigen Betriebsunterbrechung resultieren und den Betrieb auch Wochen oder Monate nach einem Schadensfall erneut in seiner Existenz bedrohen, sind – je nach Versicherungsschutz – entweder automatisch abgedeckt oder zusätzlich zu versichern.

Bei der Gartenbau-Betriebsversicherung (GBV) steht sowohl in der Gebäude- als auch Inhaltsversicherung zusätzlicher Versicherungsschutz für anfallende Aufräumungs- und Entsorgungskosten zur Verfügung. Gleiches gilt für das Eindeckungsmaterial von Gewächshäusern, wenn die Mindestversicherungssummen erfüllt sind. Allerdings sind in der GBV diese Kosten durch Höchstbeträge gedeckelt.

In dem Produkt Hortisecur G sind Aufräumungs- und Entsorgungskosten – neben weiteren Zusatzkosten – immer automatisch mitversichert. Es stehen insgesamt 100 Prozent der Versicherungssumme zusätzlich zur Verfügung. Diese äußerst hohe Entschädigungsgrenze ist von ihrem Ausmaß so angesetzt, dass sie in jedem Fall sämtliche Kosten für Aufräumungs- und Entsorgungsarbeiten abdeckt und unterscheidet sich damit wesentlich vom Deckungsumfang der GBV.

Bei der Versicherbarkeit der Betriebsunterbrechung unterscheidet die Gartenbau-Versicherung zwischen Produktionsbetrieb und Handelsbetrieb. In einem Produktionsbetrieb umfasst der Versicherungsschutz den Ertragswert für die produzierten Kulturen. Geplante Folgekulturen sind automatisch mitversichert. In der GBV und in Hortisecur steht diese Versicherungssumme nach einem Schadensfall in gleicher Höhe noch einmal für die geplante Folgekultur zur Verfügung. Die Schadensregulierung erfolgt in der Regel im Abschätzungsverfahren.

In einem Handelsbetrieb muss der Versicherungsschutz für Betriebsunterbrechung zusätzlich hinzugewählt werden. Anders als bei Produktionsbetrieben besteht hier keine automatische Versicherung. Im Schadensfall tritt die Betriebsunterbrechungs-Versicherung für fixe Kosten sowie entgangenen Gewinn ein, standardmäßig für einen Zeitraum von bis zu zwölf Monaten. Dieser Zeitraum kann auf Wunsch erweitert werden. Die Schadensregulierung erfolgt hier meist auf Basis von betriebswirtschaftlichen Auswertungen beziehungsweise Buchführungsergebnissen.

Alle durch Naturgefahren wie Hagel und Sturm sowie durch Feuer entstehenden Sach- und Ertragsschäden sind umfassend versicherbar. Eine vollständige Entschädigung setzt allerdings voraus, dass die gewählten Versicherungssummen den tatsächlichen Sach- beziehungsweise Ertragswerten entsprechen. Anderenfalls besteht die Gefahr von Unterversicherung und der Betrieb muss einen Teil des Schadens selbst tragen. (gv)