Grüne Branche

Hagelschäden: Produktion läuft nun langsam wieder an

Die Hochwasserschäden im Juni sind noch allen Gärtnern vor Augen, und gut einen Monat später lief die Schadensregulierung der Gartenbau-Versicherung (GV) an anderer Stelle bereits wieder auf Hochtouren. Es handelt sich um das Hagelereignis aus dem Tiefdruckgebiet mit dem Namen „Andreas“ vom 27. und 28. Juli.

Aufräumarbeiten und Neuverglasung sind in den meisten Betrieben abgeschlossen. Foto: GV

Bezogen auf die Gartenbau-Versicherung beläuft sich das versicherte Schadenvolumen mittlerweile auf gut 13 Millionen Euro, die Erstschätzung lag zunächst bei „nur“ sechs bis sieben Millionen Euro.

Dass die Schadenhöhe letztendlich ein derartiges Ausmaß angenommen hat, ist auf den außergewöhnlich großflächigen und großkörnigen Hagel zurückzuführen. In der deutschen Versicherungswirtschaft wird dieses Hagelereignis in seiner Intensität und seinem Umfang mittlerweile sogar über den sogenannten Hagelsturm von München im Jahr 1984 gestellt.

Dank der intensiven Zusammenarbeit aller Beteiligten, so stellt die GV Anfang September fest, ist es innerhalb von gut vier Wochen gelungen, in den meisten vom Hagel getroffenen Gärtnereien wieder annähernd Normalbetrieb erreicht zu haben. Die Versicherung hebt dabei ein nahezu optimales „Hand-in-Hand-Arbeiten“ innerhalb des kompletten Schadenmanagements hervor.

Von Seiten der GV habe die unbürokratische und schnelle Bereitstellung finanzieller Mittel im Vordergrund gestanden, sodass die Liquidität der Betriebe zu jeder Zeit gesichert gewesen sei. Neben der Schadenfeststellung an sich begleiten die Außendienst-Mitarbeiter auch derzeit noch die Wiederherstellungsarbeiten und stehen beratend zur Verfügung.

Von den Verbänden sei vor allem große Koordinierungsarbeit ausgegangen, und es habe insbesondere in der Phase der Aufräumungsarbeiten enorme Hilfsbereitschaft seitens nicht betroffener Betriebe gegeben.

Viele Häuser sind dank dieser Zusammenarbeit bereits wieder vollständig verglast, heißt es weiter, bei einem weiteren, großen Teil sind die Verglasungsarbeiten sehr weit fortgeschritten beziehungsweise befinden sich in der Endphase der Wiederherstellung. In den am stärksten betroffenen Regionen Baden-Württembergs sind die Reparaturarbeiten in einzelnen, insbesondere großen Betrieben (von mehreren tausend Quadratmetern betroffener Fläche) aber noch in vollem Gange.

Die Gartenbau-Versicherung rechnet damit, dass auch diese (Verglasungs-)Arbeiten bis etwa 20. September weitgehend abgeschlossen sein dürften. Was derzeit in vielen Betrieben noch zur Reparatur aussteht, sind die Schäden an Inneneinrichtungen wie Schattier- und Verdunklungsanlagen oder Kulturtischen, die sinnvollerweise erst nach Abschluss der Verglasungsarbeiten durchgeführt werden.

Nach Angaben der zuständigen Außendienst-Mitarbeiter der Gartenbau-Versicherung waren Handwerker und Lieferfirmen im Gartenbau sehr schnell einsatzbereit. Zur Sicherstellung der notwendigen Kapazitäten gehört hierzu auch das Bereitstellen von Handwerkerlisten durch den jeweiligen Außendienst-Mitarbeiter der GV und im Bedarfsfall die Suche und Kontaktherstellung zu noch „freien“ Reparatur-Unternehmen.

Meist konnten die Reparaturarbeiten daher bereits kurz nach dem Hagelschlag beginnen. In Anbetracht des großen Schadenaufkommens ist laut GV hervorzuheben, dass kapazitätsbedingte Engpässe weitgehend vermieden wurden. Zeitliche Verzögerungen traten bei der Beschaffung von Einscheibensicherheitsglas auf, das Lieferzeiten von drei Wochen hat. Alle übrigen Eindeckungsmaterialien standen in der Regel innerhalb einer Woche zur Verfügung.

Dass die Verglasungsarbeiten in den am stärksten betroffenen Regionen derzeit noch im Gang sind, hänge insbesondere mit unzureichender Manpower auf Seiten der Verglasungsfirmen zusammen. Hier wurden teils zu optimistische Zusagen für die Wiederherstellungsarbeiten gemacht.

Das Hagelunwetter traf viele Betriebe zu einer Zeit, in der der Großteil der Sommerware in den Häusern bereits (weitgehend) geräumt war. Kulturschäden hielten sich daher trotz des insgesamt immensen Schadens in Grenzen.

Derzeit steht das Bestücken der Häuser mit Herbst- und Winterware bevor. Für diejenigen Betriebe, in denen die Verglasungsarbeiten noch nicht abgeschlossen werden konnten, ergeben sich bei den jetzt möglichen nächtlichen Temperaturen im einstelligen Bereich unter Umständen Probleme, so die GV. Besteht in dem betroffenen Betrieb eine Kultur-Versicherung, gilt dieser Schutz auch automatisch für die geplante Folgekultur. Der Zeitraum ist laut GV begrenzt auf maximal zwölf Monate, die Versicherungssumme stehe hierfür noch einmal in voller Höhe zur Verfügung. (ts/gv)