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Hagelunwetter: mindestens halbe Million Schaden im Gartenbau

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Schäden in Höhe von mindestens 500.000 Euro verursachte ein heftiges Hagelunwetter in Gartenbau-Betrieben im Rhein-Main-Gebiet. Das Spektrum reicht dabei von zerstörten Töpfen und beschädigten Pflanzen bis hin zu zerborstenen Gewächshaus-Scheiben, wie die Gartenbau-Versicherung informiert.

Hagel trifft fast waagerecht auf Gewächshäuser und Pflanzen

Starkregen, Hagel und heftige Fallböen waren am vergangenen Sonntag über Südhessen hinweg gefegt. Augenzeugen waren aufgrund der lokalen Begrenzung des Unwetters und der dadurch verursachten schweren Schäden zunächst sogar von einem Tornado ausgegangen. Stattdessen handelte es sich bei dem Unwetter um eine sogenannte „Superzelle“, wie der Deutsche Wetterdienst bestätigte.

Dabei kommt es zu einem Zusammenschluss von mehreren Gewitterzellen, in dessen Folge Fallböen – kalte Luft fällt in einem Gewitter nach unten und trifft auf den Boden – mit Windgeschwindigkeiten von bis 200 Stundenkilometern entstehen können. Diese Fallböen waren am Sonntag dafür verantwortlich, dass Hagel in sehr starker Dichte und mit ungewöhnlich hohen Geschwindigkeiten fast waagerecht auf unter anderem Gewächshäuser und Pflanzen innerhalb der Unwetterschneise „einpeitschten“.

Topfpflanzen im Freiland durch Unwetter regelrecht „abgemäht“

Der Gartenbau-Versicherung zufolge waren dadurch große Sachschäden vorprogrammiert. Betroffen waren dabei sowohl Gewächshaus-Anlagen als auch Freilandflächen, in zwei Fällen zudem angeschlossene Wohngebäude, wie die Gesellschaft mitteilt. In einzelnen Unterglas-Betrieben im Rhein-Main-Gebiet gingen demnach bis zu tausend Scheiben zu Bruch. In einem Unternehmen wurde selbst die als verhältnismäßig hagelfest eingestufte F-Clean-Folie durch die hohe Geschwindigkeit der Hagelkörner komplett zerstört.

Ebenfalls zu Schaden bei dem Unwetter kamen Topfpflanzen im Freiland, die auf einigen Flächen weiträumig umgeweht wurden. „Insbesondere Chrysanthemen, aber auch Callunen und einige Stauden wirkten nach dem Hagel wie abgemäht“, berichtet die Gartenbau-Versicherung. Bei vom Sturm umgestürzten Topfpflanzen wurden zudem noch die Gefäße selbst vom Hagel durchlöchert. „Ob ‚nur‘ zerstörte Töpfe oder beschädigte Pflanzen: In beiden Fällen sind diese Bestände wirtschaftlich nicht mehr zu nutzen und müssen entsorgt werden“, so das Fazit der Gartenbau-Versicherung.

Rund 20 Schäden „teils von beträchtlichem Ausmaß“ gemeldet

Rund 20 Schadensmeldungen gingen demnach bis dato aus dem vom Unwetter betroffenen Rhein-Main-Gebiet bei der in Wiesbaden ansässigen Gesellschaft ein –„teils von beträchtlichem Ausmaß“, wie es heißt. Die Gartenbau-Versicherung, deren zuständige Außendienstmitarbeiter seit Montagmorgen mit der Schadenaufnahme vor Ort beschäftigt sind, rechnet aktuell mit Entschädigungsleistungen zwischen 500.000 und 750.000 Euro.