Grüne Branche

Haltbarkeit von Schnittblumen

Absolut frisch und lange haltbar, so sollte die ideale Rose sein. Aber warum vergeben nur 15 Prozent der Blumenfachgeschäfte eine Frischegarantie? Fragt sich Professor Dr. Ludger Hendriks von der Forschungsanstalt Geisenheim während der Schnittblumentage in Straelen. Der Fachhandel scheine kein Vertrauen in das Produkt oder in seine Kunden zu haben, folgerte er. Tatsächlich hatte die Stiftung Warentest im Februar 2007 Schnittrosen und ihre Haltbarkeit einmal mehr unter die Lupe genommen. Dabei war es um die Haltbarkeit der Rosen nicht immer gut bestellt. Auch eigene Versuche in Geisenheim konnten nur eine schlechte Haltbarkeit bezeugen. Oft hielten die Schnittrosen keine sieben Tage lang, wenn sie nur auf Wasser gestellt waren. Sehr viel länger war die Haltbarkeit mit einem Frischhaltemittel. Aber, so Hendriks, nur 30 Prozent der Verbraucher nutzen Blumenfrischhaltemittel. Neben Verunreinigungen in den Vasen sind es vor allem Embolien, also Lufteinschlüsse im Stiel der Rose, die entstehen, wenn sie ohne Wasser auskommen muss. Manche erholen sich wieder, können ihr Wasserreservoir im Stiel wieder auffüllen, andere nicht. Einfluss auf die Haltbarkeit der Schnittrosen hat natürlich die Sorte mit ihrer genetischen Disposition, sagte er. Sie bestimmten die Robustheit und die Fähigkeit, Wasserverluste wieder auszugleichen. Eine bessere Haltbarkeit haben grundsätzlich solche Schnittrosen, die in der Produktion "gelernt" haben, ihre Spaltöffnungen zügig zu schließen und zu öffnen, um damit auf Stresssituationen zu reagieren. Fehlt diese Fähigkeit durch eine zu feuchte Kultur, welken die Rosen schneller bei Stress. Für den Fachhandel regte Hendriks an:

- Absolute Sauberkeit aller Gefäße.

- Wasserfreie Phasen vermeiden oder kurz halten, wie nach der Ernte, vom Großmarkt ins Geschäft, vom Geschäft zum Kunden nach Hause.

- Immer Blumenfrischhaltemittel verwenden! Dies sei keine Ideologie mehr, sondern ein längst bewiesenes Hilfsmittel.

- Eigentlich müsste auch immer die Kühlkette eingehalten und immer die Rosen bei höchstens vier Grad gelagert werden. Im Blumengeschäft ist dies sicher schwierig, sie sollten aber maximal nur zwei Tage präsentiert werden.

- Die Schnittblumen sollten nicht direkter Sonne oder Zugluft ausgesetzt sein. Südfenster und die Präsentation im Außenbereich bringen viel zu viel Stress mit sich.

- Wichtig ist, für jede Partie einen eigenen Eimer oder eine eigene Vase zu verwenden. Nicht mischen mit anderen Blumenarten und auch nicht mischen mit älteren Schnittrosen gleicher Sorte.

- Die Rosen immer wieder neu anschneiden, und auch die Kunden darüber aufklären.

- Dem Kunden immer Blumenfrischhaltemittel mitgeben.

- In den Sommermonaten von Mai bis Oktober sollte es Standard werden, dass zu jedem Rosenstrauß ein kleines Wasserreservoir im Beutel oder Becher mitgegeben wird, damit die Kunden ihre Rosen auf Wasser nach Hause bringen können.