Grüne Branche

Handelsverbände warnen vor Pleitewelle

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In einer gemeinsamen Erklärung fordern Handelsverbände die Bundesregierung auf, Nachbesserungen bei den geplanten Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise vorzunehmen. Darin äußern die Verbände bedenken, dass die Hilfeleistungen nicht ausreichend seien und es dennoch zu einer Pleitewelle kommen könnte.

Für viele kleine Einzelhändler in den deutschen Innenstädten könnte die Hilfe der Bundesregierung zu lange dauern befürchtet der HDE. Foto: Roman Kraft / Unsplash

Die Hilfe könnte für viele Händler zu spät kommen

„Wir begrüßen die geplanten Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung“, sagt Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverband Deutschland (HDE), warnt in seiner weiteren Ausführung aber gleichzeitig, dass diese Hilfen für einige Marktteilnehmer bereits zu spät kommen könnte. „Aber wir sehen weiterhin die Gefahr, dass die Kreditbewilligung durch die Banken zu lange dauert“, so Genth weiter. Der HDE fordere die Regierung daher auf, bei dem Hilfspaket erheblich nachzubessern. Sollte dies nicht geschehen, erwarte der Verband eine drohende Pleitewelle in den deutschen Innenstädten. Vor allem gefährdet sehe der HDE alteingesessene Schuh- und Bekleidungsfilialisten. „Unter den gegebenen Umständen halten viele Einzelhändler nicht länger als vier Wochen aus“.

Staat müsse auch bei größeren Unternehmen Hilfe leisten

Bei ungefähr einem Sechstel der Händler handele es sich zudem um mittelgroße Unternehmen. Diese würden nicht vom Soforthilfeprogramm der Bunderegierung profitierten erklärt der HDE. „Sie laufen Gefahr, zwischen den einzelnen Förderprogrammen der Bundesregierung durchzufallen“, führt Genth weiter aus. „Auch für solche Unternehmen mit mehr als zehn Mitarbeitern müsste der Staat Soforthilfen leisten, indem er zum Beispiel die horrenden Mietkosten in den deutschen Innenstädten bezuschusst“, fordert der Hauptgeschäftsführer des HDE.

Größere Erleichterungen gefordert bei Kreditaufnahme bei Hausbank

Die Verbände fordern für die Unternehmen zudem größere Erleichterungen, wenn diese einen Kredit bei ihrer Hausbank beantragen. Die Förderbank KfW solle für 100 Prozent des Ausfallrisikos bürgen. Der aktuelle Entwurf der Bundesregierung sieht hingegen vor, dass die KfW nur bis zu 90 Prozent des Kreditrisikos übernimmt, den Rest muss die Hausbank tragen. Das bedeutet, dass die Hausbank eine eigene Bonitätsprüfung vornehmen muss. „Das dauert viel zu lange und die Hilfe kommt für viele Händler zu spät.“

Weitere Informationen zur Corona-Krise finden Sie unter dem Newstag „Coronavirus“.

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