Hanfpflanzen sorgen für Verwirrung in Erfurt

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Cannabispflanzen sorgten in Erfurt für Verwirrung. Foto: Foto: Steve Bauerschmidt/ Bundesgartenschau Erfurt 2021 gGmbH

Die Schlagzeilen, dass Cannabispflanzen bei der BUGA sichergestellt worden seien, beherrschten in den vergangenen Tagen die lokalen Tageszeitungen in und um Erfurt. Rund 380 Faserhanfpflanzen wachsen auf der Ausstellungsfläche Petersberg. Doch laut Erfurter Polizei wurden weitere 350 Cannabispflanzen in Beeten der Geraaue sichergestellt und zur Untersuchung in ein Labor gebracht.

Cannabispflanzen in Geraaue sichergestellt

Für große Aufregung sorgte der Fund der Cannabispflanzen in der Erfurter Geraaue, dem Stadtentwicklungsprojekt im Erfurter Norden, das begleitend zur BUGA umgesetzt wurde. Ein Familienvater entdeckte bei einem Spaziergang die Pflanzen und alarmierte die Beamten, die die Pflanzen daraufhin sicherstellten und eine Ermittlung gegen Unbekannt einleiteten. Die Pflanzen haben laut dpa-Angaben eine Größe von zehn Zentimetern bis 1,60 Metern gehabt.

Ausstellungsbeitrag auf der BUGA

Dennoch trifft die Schlagzeile auch auf die BUGA zu, denn auch dort befinden sich rund 380 Hanfpflanzen, wie die Ausstellungsbevollmächtigte der Deutschen Gartenbaugesellschaft (DBG), Beate Walther bestätigt. „380 Pflanzen Cannabis sativa - Faserhanf - wachsen im Ausstellungsbeitrag Erfurter Gartenschätze auf der BUGA-Ausstellungsfläche Petersberg. Sie gedeihen dort prächtig und ganz legal mit Genehmigung der Bundesopiumstelle, die im Vorfeld einzuholen war.“ Die Pflanzen sollen die Vielfalt des Erfurter Erwerbsgartenbaus zeigen und die vielseitige Verwendung der gezeigten Pflanzen und die historischen Bezüge zu Erfurts Gartenbautradition verdeutlichen. Diese Hanfpflanzen seien laut BUGA-Verantwortlichen nahezu frei vom berauschenden Wirkstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC).

Hanf gewinnt immer größere Bedeutung

Nachdem Hanf in den vergangenen 20 Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, verdeutlicht Walther die Gründe für die Renaissance der Nutzpflanze. „Hanf ist eine besondere Kulturpflanze, die ohne Einsatz von Pestiziden und Fungiziden wächst. Der Hanf bildet früh ein Blätterdach, welches das Wachstum von Unkräutern unterdrückt. Das Insektenleben ist so vielfältig, dass keine Art schädlich überhand gewinnen kann. Die Verwendungsmöglichkeiten von Hanf sind riesig. Die Fasern von Hanf lassen sich zu Kleidung, Dämmmaterialen oder als Ersatz von Kohlefasern zu Verbundwerkstoffen verarbeiten“, so Beate Walther. Als weiterer Verwendungszweck werden Überreste von Hanffasern auch als organisches Mulchmaterial eingesetzt. Eine berauschende Wirkung gehe von den Pflanzen auf der BUGA also nicht aus, weshalb die Verantwortlichen auch an die Besucher appellieren, die Pflanzen nicht heimlich mitzunehmen.

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