Grüne Branche

Haus der Klage eröffnet

In den Gärten der Bestattung, dem privaten Friedhof des Bestattungshauses Pütz-Roth in Bergisch Gladbach, wurde am 14. Juni das Haus der Klage
eingeweiht. Die Wände des gläsern überdachten Kubus enthalten mit Spiegeln verschlossene Nischen. In jeder finden ein oder auch zwei Urnen Platz – für fünf Jahre oder auch länger, ganz nach den Bedürfnissen der Hinterbliebenen.

Im Kolumbarium des Hauses der Klage können Urnen bestattet werden. Foto: Matthias Baus

Das Haus der Klage soll Angehörigen ermöglichen, die Frage nach der letztendlichen Beerdigung und dem finalen Grab in aller Ruhe zu erwägen und erst dann beantworten zu müssen, wenn sie sich dazu in der Lage fühlen. Die endgültige Beisetzung könne dann auf jedem anderen Friedhof, in den Gärten der Bestattung oder auch – auf besondere Art und Weise – innerhalb des Hauses der Klage selbst erfolgen.

In den Fundamentbereich des Hauses ist eine Kammer eingearbeitet, die zur gemeinsamen Grabstelle für diejenigen Verstorbenen wird, deren Asche nicht separiert andernorts in einer Urne beigesetzt werden soll.

Auch das Haus der Klage erfüllt, getreu der Pütz-Roth-Philosophie, eine wertvolle Funktion für die Lebenden: Sein Inneres wurde mit einer besonderen Akustik versehen, die den Besucher auf unerwartete Art mit seiner eigenen Stimme und damit mit den Äußerungen seines Selbst konfrontiert. Für jene, die sich darauf einlassen können und mögen sei dies eine intensive Erfahrung.

Die Idee zu einem besonderen Gebäude als Meditationsplatz stammt von Fritz Roth. Der Gründer des Bestattungshauses Pütz-Roth hat die Planung und das Genehmigungsverfahren noch selbst geleitet, Baubeginn war 2012. Roth starb am 13. Dezember 2012.