Grüne Branche

Hefe gegen Apfelschorf

Ein Präparat aus Bierhefe soll helfen, den Pflanzenschutzmittelaufwand zur Bekämpfung des Apfelschorfs zu reduzieren.

In einem Verbundprojekt wollen das Julius Kühn-Institut (JKI), die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau (Weinsberg) und die Leiber GmbH (Bramsche) ein umweltfreundliches Präparat auf Bierhefe-Basis für den Praxiseinsatz entwickeln. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Peter Bleser, überreichte am 13. Mai 2015 in Dossenheim die Zuwendungsbescheide für dieses Projekt.

Da der Pilz (Venturia inaequalis) auf dem Falllaub der Apfelplantagen überwintert und von dort aus die Bäume im Frühjahr von neuem befällt, kann der Infektionsdruck durch den Abbau des Laubes reduziert werden. Genau diesen Abbau könne Bierhefe bewirken, wie das Vorgängerprojekt gezeigt habe, das im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördert wurde.

Das neue Bierhefe-Präparat soll nach dem Blattfall im Herbst auf das Laub ausgebracht werden und dessen Attraktivität für Mikroorganismen und Regenwürmer erhöhen, so dass diese die Blätter schneller abbauen.
Die Forscher gehen davon aus, dass mit dieser Strategie der Einsatz von Fungiziden deutlich gesenkt werden kann, was zur Nachhaltigkeit in der Apfelproduktion beitrage. Zur Bekämpfung von Apfelschorf sei ein neuer Ansatz wichtig, da einerseits der Schorfpilz die Resistenzen von modernen Apfelsorten zunehmend überwinde und andererseits der direkte Pflanzenschutz aufwendig sei. So treten im konventionellen Anbau Resistenzen gegen Fungizide auf; im ökologischen Anbau müsse eine Alternative zu kupferhaltigen Präparaten gefunden werden.
idw/db

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