Grüne Branche

Heide: Herbstsaison kann kommen

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Optimistisch blicken die Heidezüchter der nahenden Herbstsaison entgegen. Weil das Angebot in diesem Jahr etwas geringer ausfällt, hat der Handel früher als üblich sein reges Interesse an Eriken und Callunen signalisiert. Entsprechend zuversichtlich sind die Azerca-Mitglieder für den Herbstverkauf, wie im Rahmen der Azerca-Sommerreise deutlich wurde.

Im Elsass blühen die Callunen aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung schon sehr früh. Foto: Banse

Heidezüchter in Deutschland und Frankreich vor ähnlichen Herausforderungen

Diese führte in diesem Jahr ins deutsch-französische Grenzgebiet zu Heidezüchtern im Elsass. Dabei zeigte sich, dass sich der französische Gartenbau ganz ähnlichen Herausforderungen wie die deutschen Kollegen stellen muss – Mindestlohn, Nachwuchsmangel und generelle Absatzschwierigkeiten sind nämlich alles andere als typisch deutsch, so das Fazit.

So sind Saisonarbeiter etwa für David Freimann, Geschäftsführer des auf gefärbte Callunen spezialisierten Gartenbau-Unternehmens Les Callunas d‘Alsace in Bischoffsheim, aufgrund des Mindestlohns inzwischen nicht mehr billiger als einheimische Mitarbeiter, jedoch eher verfügbar.

Allerdings sind hier teilweise Zugeständnisse an die jeweilige Kultur beziehungsweise Religion der Saisonkräfte notwendig, die sich auf die Qualität der Pflanzen auswirken können. So hatte der Callunen-Betrieb etwa mit verstärkten Bewurzelungsproblemen zu kämpfen – die eigentlich noch zu weichen Stecklinge mussten wegen des Ramadans zu früh gesteckt werden.

Französische Heidezüchter: Schwierigkeiten beim Absatz großer Mengen von Eriken und Callunen

Schwierigkeiten haben die französischen Heidezüchter außerdem mit dem Absatz großer Mengen von Eriken und Callunen. Einige Betriebe hätten ihre Produktion deshalb sogar schon aufgegeben, so Richard Sonnendrucker aus Bilwisheim. Sein Gegenmittel: sehr starke Qualitäten. „An geringen Qualitäten verdient die gesamte Wertschöpfungskette nichts“, sagt Sonnendrucker.

Der Hinweis auf regionale Produktion ist Sonnendrucker zufolge nur dann sinnvoll, wenn die Pflanzen in qualitativ guten Endverkaufsbetrieben zum Verkauf stehen, „sonst schadet es eher dem Image“, so Sonnendruckers Erfahrung.