Grüne Branche

Heide-Saison: 2013 kein einfaches Jahr

Der frühe Vogel fängt den Wurm – dieses Sprichwort bewahrheitete sich in der diesjährigen Eriken- und Callunen-Verkaufssaison vor allem für erstere. Die Eriken, in den vergangenen Jahren eher totgesagt, wiesen in diesem Jahr einen weitgehend stabilen Marktverlauf auf. Nach Informationen von Landgard war das Eriken-Angebot anfänglich aufgrund der witterungsbedingt spät einsetzenden Blüte recht knapp. 

Erica gracilis. Foto: GMH/Azerca

Dies bestätigte auch Gartenbauberaterin Silvia Fittje (Oldenburg) auf Anfrage der TASPO. Sie verwies darauf, dass bereits Anfang September zu große Mengen am Markt abgerufen wurden, viele Partien aber später blühten. Es wären daher auch größere Mengen nicht voll blühender Ware verkauft worden. Bei den Preisen habe sich dadurch teilweise eine leicht steigende Tendenz ergeben.

Im weiteren Saisonverlauf hat sich die Verschiebung der Angebotsspitze bei den spätblühenden Sorten (zum Beispiel Beauty Queens) nach Information von Landgard jedoch auf die Preise ausgewirkt. Zudem sank die Nachfrage ab Mitte Oktober rapide, sodass sich der Absatz letzter Partien mit später Blüte wieder schwierig gestaltete, so Silvia Fittje. Sätze von Erica x darleyensis ließen sich ihrer Information zufolge mancherorts erst teilweise absetzen, wodurch Restbestände ins kommende Frühjahrsgeschäft rutschen.

Bei Callunen gab es nach Angaben von Landgard zu jedem Zeitpunkt ein umfangreiches Angebot. Dies sei unter anderem auf eine Ausweitung der Anbauflächen am Niederrhein und insbesondere im Norden zurückzuführen. In der Angebotsspitze habe sich dies deutlich auf die Preise ausgewirkt. Es sei jedoch gelungen, den Markt trotz dieses Angebotsdruckes relativ stabil zu halten.

Insgesamt gesehen sei die Preisentwicklung bei Callunen als eher rückläufig zu beurteilen, auch Sondersorten wie Beauty Ladies und Garden Girls seien teilweise unter Druck geraten. Während frühe Sorten bei begrenzter Menge noch gut liefen, gestaltete sich der Absatz ab September mit größerem Angebot eher schleppend, bestätigt auch Silvia Fittje.

Ihrer Einschätzung nach verlief vor allem der Verkauf im Oktober sehr zäh, wobei Restmengen in vielen Betrieben stehen blieben. Gründe dafür sieht sie auch darin, dass aufgrund der Nachfrageentwicklung viele Kunden ihre Abnahmeabsprachen nicht einhielten, die Preise seien dadurch entsprechend unter Druck geraten, wenn sie auch für Lizenzsorten noch halbwegs innerhalb der Norm blieben.

Ein Beispiel dafür, in welcher Größenordnung Calluna vulgaris 2013 am Markt gehandelt wurde, zeigt die Statistik von FloraHolland (ohne Veiling Rhein-Maas), derzufolge die umgesetzte Menge von 9,3 Millionen Stück im Jahr 2012 auf 11,3 Millionen in dieser Saison anstieg. Der Durchschnittspreis sank im Vergleichszeitraum von 0,58 auf 0,55 Euro je Stück. Etwa 76 Prozent der vermarkteten Callunen laufen laut Information über die Uhr. (ks)

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