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„Heilsame Abschiede“: Kongress zur Zukunft von Friedhöfen

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Die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal veranstaltet am 25. Oktober in Köln einen Kongress zur Weiterentwicklung von Friedhöfen und präsentiert Ergebnisse einer Studie des Trend- und Zukunftsforschers Matthias Horx. Unter dem Titel „Heilsame Abschiede“ diskutieren Soziologen und Theologen, Psychologen und Psychiater sowie Kunsthistoriker und Volkskundler den Wandel der Trauerkultur im Zeitalter der Individualität.

Zukunftsforscher Matthias Horx stellt auf dem Kongress Ergebnisse der wissenschaftlich fundierten Trendstudie „Trauerkultur der Zukunft“ vor. Foto: Future Day GmbH

Gesellschaftlicher Umgang mit Trauer und Verlust

Trauerbegleiter, Friedhofsplaner und -praktiker beschreiben die Folgen für Konzeption, Gestaltung und Handhabung von Beisetzungsorten auf bestehenden Friedhöfen. Ideeller Träger des Fachkongresses ist die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal.

Präsentiert werden auf dem Fachkongress ferner Ergebnisse der vom „Zukunftsinstitut Mathias Horx“ gemeinsam mit dem Markt- und Meinungsforschungsinstitut „YouGov“ vorgelegten wissenschaftlich fundierten Trendstudie „Trauerkultur der Zukunft“. Zudem stellen der Soziologe Thorsten Benkel und Matthias Meitzler vom Lehrstuhl Soziologie der Universität Passau den Abschlussbericht „Zur soziologischen Forschung über die Umgangsweisen mit Grabstätten“ vor. Damit steht der gesellschaftliche Umgang mit den für Menschen schmerzhaften Erfahrungen von Trauer und Verlust im Mittelpunkt des Kongresses.

Beisetzungsorte behindern laut Studien den Trauerprozess

Die vorliegenden Studien zeigen, dass die heute auf Friedhöfen populären Beisetzungsangebote vielen Hinterbliebenen kaum oder gar nicht helfen, den für sie schmerzlichen Verlust eines Nahestehenden zu begreifen oder zu verarbeiten. Der für eine gelingende Trauerbewältigung entscheidende aktive Umgang mit Trauer und Schmerz ist bei diesen Beisetzungsformen meist nicht vorgesehen. Handlungen sind als ein zentrales Element der Trauerbewältigung oft verboten.

Die Beisetzungsorte behindern laut den Studien den Trauerprozess und sind mitverantwortlich für die mangelnde Attraktivität und die abnehmende Akzeptanz bestehender Friedhöfe.

Diskussion: Friedhöfe als attraktiver Raum für Trauer

Wie es gelingen kann, Friedhöfe wieder im Zentrum der Gesellschaft zu etablieren und sie in Zukunft zu einem für Hinterbliebene attraktiven Raum für Trauer zu machen, darüber referieren und diskutieren am 25. Oktober in Köln unter anderem:

  • Dr. Thorsten Benkel (Soziologe und Akademischer Beamter am Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Passau)
  • Matthias Meitzler M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeit am Lehrstuhl für Soziologie an der Universität Passau)
  • Prof. Bart Brands (Landschaftsarchitekt und Friedhofsplaner, Geschäftsführer und Mitinhaber des Büros für Landschaftsarchitektur Karres en Brands in NL-Hilversum und Gastprofessor an der University of Pennsylvania – Stuart Weitzmann School of Design)
  • Prof. Dr. Dr. Michael Lehofer (Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, klinischer Psychologe, Gesundheitspsychologe und Psychotherapeut, ärztlicher Direktion der Landesnervenklinik Siegmund Freud in Graz und ärztlicher Direktor am Landeskrankenhaus Graz Süd-West)
  • Prof. Dr.-Ing. Constanze Petrow (Landschaftsarchitektin und Freiraumplanerin, Professorin für Freiraumentwicklung und Leiterin des Instituts für Freiraumentwicklung der Hochschule Geisenheim)
  • Dr. Dirk Pörschmann (Kunsthistoriker, Direktor des Zentralinstituts und des Museums für Sepulkralkultur in Kassel sowie Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal)
  • PD Dr. Dipl.-Ing. (FH) Marc Templin (Landschaftsarchitekt und stv. Friedhofsleiter Hamburger Friedhöfe AöR)
  • Prof. Dr. Birgit Wagner (Psychologin und psychologische Psychotherapeutin, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie sowie Verhaltenspsychologie an der Medical School in Berlin)