Grüne Branche

Heimische Pilz-Produktion legt zu

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Pilze sind auf dem Vormarsch. Laut Statistik hat allein die Champignon-Produktion in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren um rund 40 Prozent zugelegt – und hat damit mengenmäßig erstmals Importware übertrumpft.

76.000 Tonnen Champignons aus deutschem Anbau

Wurden 2007 hierzulande noch 55.000 Tonnen Champignons produziert, waren es 2017 bereits 76.000 Tonnen, wie sich aus den jetzt veröffentlichten Anbauzahlen der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) ablesen lässt. Nicht ganz so rasant ist demnach die Zahl der importierten Champignons gewachsen – von 62.000 Tonnen anno 2008 auf 72.000 Tonnen im Jahr 2016.

Damit hat der heimische Pilzanbau inzwischen auch den Import mengenmäßig hinter sich gelassen, der in der Vergangenheit stets die Nase vorn hatte. So wurden der Statistik zufolge früher pro Jahr im Schnitt 4.000 bis 7.000 Tonnen mehr Champignons aus Polen und den Niederlanden eingeführt als in Deutschland angebaut.

Ebenfalls zugelegt haben laut Statistik andere in der Bundesrepublik produzierte Edelpilze wie Austernseitlinge, Shiitake-Pilze oder Kräuterseitlinge – von 1.500 Tonnen in 2008 auf 3.100 Tonnen in 2016. Hinzu kommen 8.500 Tonnen der noch nicht kultivierbaren Wildpilze wie Pfifferlinge und Steinpilze, die überwiegend aus Weißrussland, Russland, Litauen und Polen importiert werden.

Pilze aus der Region überzeugen durch Frische

Dass Verbraucher mittlerweile eher zu in Deutschland produzierten Pilzen greifen als zu Importware, könnte im allgemein gestiegenen Vertrauen der Kunden in regionale Produkte begründet sein. Und auch die noch größere Frische dürfte für viele ein überzeugendes Argument sein, im Handel zu heimischen Pilzen zu greifen.

Pilze in Konserven sind im Gegensatz dazu auf dem absteigenden Ast. Kamen 2008 in Deutschland noch 87.000 Tonnen konservierte Champignons und Co. auf den Tisch, waren es 2016 laut Statistik nicht einmal mehr halb so viele (43.000 Tonnen). Getrocknete (Wild-)Pilze schwanken in ihrer verkauften Menge beständig zwischen 15.000 und 27.000 Tonnen im Jahr, ohne dass sich eine Zu- oder Abnahme verzeichnen ließe.

Knapp zwei Kilo Pilze pro Jahr und Haushalt

Verglichen mit anderen Gemüsen belegen Pilze aktuell den achten Platz in der Top 10 der am meisten verzehrten Gemüsearten. 1,8 Kilogramm Champignons und Co. hat laut GfK-Statistik jeder deutsche Haushalt im vergangenen Jahr verzehrt.

Bis Pilze die Verzehrmengen der drei erstplatzierten Gemüsearten erreichen – Tomaten (11,6 Kilo/Haushalt), Möhren (8,6 Kilo/Haushalt) und Zwiebeln (7,7 Kilo/Haushalt) – wird allerdings noch etwas Zeit vergehen.