Grüne Branche

Heiße Diskussionen in NL: FloraHolland will Verkäufer mit Mitgliedschaften mehr an sich binden

„Klarheit schaffen und Unzufriedenheit beseitigen“: Das ist das Ziel, das FloraHolland mit einer neuen Mitgliederstrategie erreichen möchte. Teil davon ist, dass die Versteigerung Verkäufer mit Mitgliedschaften mehr an sich binden möchte und den Zugang zur Uhr für Nicht-Mitglieder verschärft. In der Branche sorgt die neue Mitgliederstrategie allerdings für erhitzte Gemüter. 

Den Zugang zur Uhr verschärft FloraHolland für alle Nichtmitglieder. Foto: FloraHolland

Bereits seit Anfang 2014 gilt für einige Produktgruppen eine verschärfte Regelung für den Zugang zur Versteigerungsuhr von FloraHolland. Laut der Versteigerung dürfen Produkte von Nicht-Mitgliedern an den Exportstandorten nicht mehr versteigert werden, sofern sie das Angebot der Mitglieder nicht ergänzen. Nicht-Mitglieder können jedoch über eine Anwartsmitgliedschaft schrittweise zu einer vollwertigen Mitgliedschaft gelangen.

Derzeit werden Erfahrungen mit elf Produktgruppen gesammelt. Die neue Mitgliederpolitik betrifft vorerst bei Blumen Lisianthus, Nelken, Gypsophila, Limonium (Statice) und Paeonia (Pfingstrose), bei Pflanzen Kalanchoe, Calluna, Topfrosen, Drachenbaum, Kakteen, Fettpflanzen und Efeu. Wie Dirk Hogervorst, Manager Strategie, Marketing & Business Development, in einem Interview im FloraHolland-Magazine ausführt, sind in diesen elf Produktgruppen der Veiling 25 Prozent der Gastmitglieder und zehn Prozent aller Produktgruppen vertreten.

37 Prozent der gesamten Anlieferung von Nicht-Mitgliedern in diesen Produktgruppen stellen eine Ergänzung zu den angelieferten Produkten der Mitglieder dar. 25 Prozent der Nicht-Mitglieder dieser Produktgruppen hätten sich für eine Mitgliedschaft bei FloraHolland entschieden, 38 Prozent ihre Geschäftsbeziehung zu FloraHolland beendet. Natürlich habe die vollständige Einführung der neuen Politik also Konsequenzen für den Versteigerungsumsatz und für das Gesamtergebnis von FloraHolland. Die erste Hochrechnung habe teilweise auch zu skeptischen Reaktionen unter den Beiräten geführt.

Anfangs hätten vor allem viele Pflanzenproduzenten eine schnelle Einführung der neuen Strategie befürwortet – vor allem auch angesichts dessen, dass eine solche Strategie, wie am Beispiel der brasilianischen Versteigerung Holambra sichtbar, gut funktionieren kann. „Voraussetzung ist allerdings, dass wir gemeinsam zu einer attraktiven Versteigerungspolitik mit einer starken Mitgliederbindung kommen. Wir sind auf dem Weg zu einer schlagkräftigen Genossenschaft in Bezug auf unsere Zugänglichkeit und unser Tarifsystem“, sagt der Gremien-Vorsitzende Pflanzen Sjaak Buijs im Interview.

Die neue Strategie von FloraHolland habe bis jetzt Klarheit und weniger Unzufriedenheit bei den Mitgliedern bewirkt, wie Jan Mantel, Vorsitzender des Gremiums Schnittblumen, betont – dank verbindlicher Vereinbarungen mit den bisher elf Produktgruppen aus dem Testlauf. Die ersten Ergebnisse des Testlaufes sind den Beiräten am 17. April vorgestellt worden. Die bereits für den 19. Juni geplante Auswertung der Ergebnisse wurde auf den 4. September verschoben. Die Beiräte werden die Zeit bis dahin nutzen, um möglichst viele Informationen und Meinungen zu sammeln. (ts/kla)