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Hellrotes Licht: Bessere Bewurzelung von Pelargonium zonale?

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Licht einzelner Wellenlängen kann Einfluss auf das Wachstum von Pflanzen haben. Ein erster Test ergab, dass hellrotes Licht die Bewurzelung bei Petunien fördert und gleichzeitig das Streckungswachstum der Triebe hemmt. Die LVG Ahlem untersuchte, ob diese Beobachtung auf Pelargonium zonale übertragen werden kann.

Ahlemer Versuchsgewächshaus mit Pelargonium zonale. Foto: LVG Ahlem

Drei verschiedene Belichtungsvarianten mit LED

Es liegt nahe, dass Licht einzelner Wellenlängen nicht nur Auswirkung auf das Wachstum oberirdischer Pflanzenorgane hat, sondern auch die Wurzeln beeinflussen kann. Im Januar 2018 (Kalenderwoche [KW] 1 bis 5) wurden drei verschiedene Belichtungsvarianten mit LED einzelner Wellenlängen zur Verbesserung der Bewurzelung bei Pelargonium zonale-Stecklingen getestet. Bei den LED-Varianten handelte es sich um eine Belichtung mit hellroten (660 nm), blauen (440 nm) und weißen (4000 K) LED. Verglichen wurden diese Varianten mit einer Belichtung mit Natriumdampf-Hochdrucklampen.

Belichtet wurde für 16 Stunden von 7.00 bis 23.00 Uhr und mit einer Photonenstromdichte von durchschnittlich 55 µmol/(m²s) (Mittelwert im Bestand bei einer Aufhängungshöhe der LED von 80 cm über dem Bestand). Untersucht wurden die Pelargonium zonale-Sorten ‘Senna’, ‘Imke’, ‘Bernd’ und ‘Linus’. Die Ergebnisse zeigen, dass die Bewurzelung der Stecklinge in Abhängigkeit von der jeweiligen Belichtung zum Auswertungszeitpunkt in KW 5 unterschiedlich gut bewertet wurde.

Hellrotes Licht: Weniger Befall durch Botrytis

Tendenziell war zu beobachten, dass die Pflanzen aus der Variante „Hellrot“ über alle getesteten Sorten ein besseres Wurzelbild zeigten als Pflanzen aus den anderen Varianten. Besonders deutlich wird dies bei den Sorten ‘Linus’, ‘Imke’ und ‘Bernd’.

Neben der Bewurzelung wurden ebenfalls die Parameter „Trieblänge“ und „Befall mit Botrytis“ für die Sorte ‘Imke’ aufgenommen. Diese Sorte wurde gewählt, da bei ihr augenscheinlich der stärkste Zuwachs zu beobachten war. Es zeigte sich, dass die Trieblänge durch die verschiedenen Belichtungsvarianten nicht beeinflusst wurde.

Ein Unterschied zwischen den Belichtungsvarianten war jedoch bei dem Befall der Pflanzen mit Botrytis zu beobachten. Während Pflanzen aus der Variante „Hellrot“ am wenigsten (10,2 Prozent des Bestandes) mit Botrytis befallen waren, waren Pflanzen aus der Variante „Weiß“ am stärksten befallen (33,8 Prozent des Bestandes). Pflanzen der Varianten „Natriumdampf-Hochdrucklampe“ und „Blau“ waren mit circa 24 Prozent des Bestandes ähnlich stark befallen und auch deutlich stärker als Pflanzen aus der Variante „Hellrot“.

Den gesamten Artikel finden Sie in Gärtnerbörse 10/2018, die Sie auch in unserem Haymarket Shop abrufen können.