Grüne Branche

Herbsttagung des Bundesverbandes Zierpflanzen: „Nur eine verkaufte Pflanze ist eine gute Pflanze“

„Nur eine verkaufte Pflanze ist eine gute Pflanze“ – getreu diesem Motto müsse man dem Zeitgeist Rechnung tragen und dem kaufmännischen Denken im Gartenbau ein noch stärkeres Gewicht verleihen. Das sagte Hartmut Weimann, Präsident des gastgebenden Württembergischen Gärtnereiverbandes (WGV), in seiner Ansprache auf der Herbsttagung des Bundesverbandes Zierpflanzen in Ludwigsburg. Zudem informierte Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), seine Zierpflanzenkollegen über die strategische Ausrichtung des ZVG und die wichtigsten Themen seiner ersten Amtsperiode. 

Der neu formierte Vorstand des BVZ (von links): Karl-Heinz Compes, Rüdiger Walz, Manfred Behre, Markus Wittmann, Kathi Bräutigam (ausgeschieden) und Robert Pake. Foto: BVZ

Als für den BVZ wichtigen Aufgabenbereich sieht Mertz die Neuordnung der EU-Arbeit des ZVG. Beispielsweise müssten steuerpolitische Fragen, wie die aktuelle Konsultation zu den reduzierten Mehrwertsteuersätzen, mitgestaltet und die Umsetzung der gegenseitigen Anerkennung von Pflanzenschutzmittelzulassungen vorangetrieben werden.

Ein besonderes Anliegen für die nächsten Jahre ist die Gestaltung und Umsetzung der Nachwuchs- und Imagekampagne des ZVG. Mertz rief alle Unternehmer auf, mitzuwirken und das Konzept zu unterstützen. Denn nur, wenn vor Ort die Betriebe Imagepflege für die Branche betreiben, könnten langfristig Erfolge erzielt werden.

Die Delegierten widmeten sich in ihrer internen Sitzung dem aktuellen Stand zur Zertifizierung im Zierpflanzenbau, Aktuellem zum Pflanzenschutz, insbesondere der Entwicklung in der Arbeitsgruppe Minor Uses, Maßnahmen zur Absatzförderung und Energiethemen. Vorgestellt wurde den Delegierten darüber hinaus die neue Nachwuchswerbekampagne des ZVG und erstmals die Auswertung der Befragung zur Energiesituation im Unterglasanbau, die der BVZ im Mai gemeinsam mit dem Energieportal umgesetzt hat (Bericht im ZVG-Report 11–2012).

Im öffentlichen Teil der Delegiertenversammlung standen dann die Themen Mitarbeiter und Konsumenten im Vordergrund. Professor Dr. Jörg Knoblauch, tempus GmbH, forderte die Delegierten mit der These heraus: Gute Unternehmensführung kann man auf zwei Fragen reduzieren: Wie finde ich gute Mitarbeiter? Und: Wie halte ich diese in meinem Betrieb? In einem intensiven Dialog forderte er die Unternehmer heraus und gab ihnen mit auf den Weg, dass engagierte und motivierte Mitarbeiter kein Zufall sind.

Frank Teuber vom Blumenbüro stellte in Ludwigsburg die Ergebnisse einer Studie zur Konsumententypologie vor und erläuterte die wichtigsten Schlussfolgerungen für Produktion, Handel und Absatzförderungsmaßnahmen der Branche. In der Diskussion herrschte Einigkeit, dass der Aufwand, der für den Absatz von Blumen und Pflanzen aktuell betrieben werde, viel zu gering sei, wolle man im Konzert der Alternativbranchen weiter mitspielen.

Kooperationen bzw. die Bündelung von Maßnahmen auf europäischer Ebene könne ein möglicher Ansatz zur Stärkung sein, eine freiwillige Leistung von allen Playern im Zierpflanzenbau zur Stärkung des Grünen Medienhauses eine andere. Hervorgehoben wurde, dass man mit dem Grünen Medienhaus inzwischen einen etablierten und sehr erfolgreichen Partner habe, dessen Leistungsfähigkeit durch eine breitere Beteiligung der Branche gestärkt werden müsse.

Die breite Palette der deutschen Zierpflanzenproduktion präsentierten mit den Firmen Klaus Umbach, Wilhelm Klein, Hermann Kocher und Ludwig Rosen, vier Zierpflanzenunternehmen rund um Ludwigsburg, die den Delegierten ihre Türen öffneten, ihre Betriebe vorstellten und zu intensiven Diskussionen einluden. Für alle Teilnehmer ein willkommener Anlass zum fachlichen Austausch. Die Herbsttagung 2013 findet vom 24. bis 26. Oktober im Raum Münster statt. (ts/vs)