Grüne Branche

Hessische Zierpflanzenbaubetriebe: Gewinne 2011 sind niedriger

Die Umsätze und Gewinne der hessischen Zierpflanzenbaubetriebe waren im Jahr 2011 geringer als im Jahr zuvor. Cash Flow und Gewinn des „durchschnittlichen Zierpflanzenbaubetriebs in Hessen” fielen sogar auf den niedrigsten Wert der letzten 20 Jahre. 

Die Prognose signalisiert: Umsatz und Gewinn des „durchschnittlichen hessischen Zierpflanzenbaubetriebes” waren 2011 niedriger als in den Jahren zuvor. Grafik: GUB

Dies lässt sich den Zahlen der in Frankfurt/Main ansässigen Gartenbau-Unternehmens-Beratungsgesellschaft (GUB) entnehmen. Seit 1991 erstellt dieses Unternehmen jeweils kurz nach dem Jahreswechsel eine Prognose auf Basis der Buchführungsdaten von jeweils etwa 20 hessischen Zierpflanzengärtnereien. Die jetzt ausgewerteten Daten aus dem Jahr 2011 stammen von 19 Betrieben. Es sind somit die ersten konkreten Zahlen über die wirtschaftliche Situation von Zierpflanzenbaubetrieben aus dem Jahr zuvor.

Bei sieben der 19 Betriebe war der Umsatz niedriger als im Jahr 2010. Dem stehen vier Betriebe mit gestiegenem Umsatz gegenüber. Bei den restlichen acht Gärtnereien ergab sich ein annähernd gleicher Umsatz wie 2010, sprich: Veränderung von maximal 10.000 Euro.
Der Umsatz der 19 Betriebe sank auf durchschnittlich 344.000 Euro (2010 = 364.000 Euro). Seit dem Jahr 2006 – als diese Prognose einen Rekordumsatz von durchschnittlich 393.000 Euro ermittelte – ist der Umsatz damit in jedem Jahr gefallen und liegt mittlerweile beim Durchschnittswert um immerhin 50.000 Euro niedriger. Die jetzigen 344.000 Euro liegen knapp unter dem Durchschnitt der 21 Jahre seit Beginn der Untersuchungsreihe (353.500 Euro).
Zwar sanken in den letzten vier Jahren außer dem Umsatz auch die Materialkosten und die Zinsaufwendungen blieben auf dem seit 2004 anhaltenden niedrigen Niveau. Trotzdem wirkten sich die niedrigeren Umsätze stärker auf Cash Flow und Gewinn aus, auch in Verbindung mit gestiegenen Personalkosten.

Dementsprechend sank der Cash Flow des durchschnittlichen hessischen Zierpflanzenbaubetriebs laut der Prognose von 29.000 Euro (2010) auf 25.000 Euro (2011).  Hierzu ist anzumerken, dass die zum Hessischen Gartenbautag im Februar 2011 vorgelegte Schnellauswertung für 2010 sogar nur einen Gewinn von 23.000 Euro ausgewiesen hatte (siehe TASPO 8/2011). Später wurde auf 29.000 Euro korrigiert, was der drittschlechteste Wert war, unterboten nur in den Jahren 1996 (28.000 Euro) sowie 2003 (27.000 Euro). Die jetzt fürs Jahr 2011 prognostizierten 25.000 Euro wären damit ein neuer Minusrekord.
Der aus Gewinn plus AfA zusammengesetzte Cash Flow sank von 40.000 Euro auf 36.000 Euro. Damit weist die Prognose für das Jahr 2011 nicht nur einen Minusrekord beim Gewinn, sondern ebenso beim Cash Flow aus.

Mit dieser Schnellauswertung kann die GUB jedes Jahr zu einem sehr frühen Zeitpunkt eine auf konkreten Buchführungsdaten von Betrieben basierende Prognose über die wirtschaftliche Entwicklung im hessischen Zierpflanzenbau vorlegen. Fehlende Werte werden hierbei mit Hilfe eines EDV-Programms aus früheren Daten abgeleitet, daher sind spätere Korrekturen notwendig.
Da die GUB zu dem sehr frühen Zeitpunkt nur über die Daten von einer geringen Zahl an Betrieben verfügt, ist es keine statistisch genaue Analyse. Allerdings lassen sich wichtige Tendenzen erkennen. (eh)