Grüne Branche

Heuschnupfen mitten im Januar: Die ersten Pollen fliegen schon

Laufende Nasen und ständiges Niesen müssen selbst im Winter nicht zwingend Anzeichen einer Erkältung sein: Aufgrund der milden Witterung der vergangenen Wochen hat bereits die Pollensaison 2013 begonnen. Wie die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) informiert, werden in Deutschland seit Kurzem die ersten Flüge von Hasel- und Erlenpollen gemessen. Allergiker würden darauf vergleichsweise heftig reagieren – trotz der noch geringen Pollenzahl. 

Für 2013 werden deutlich mehr Birken- und Haselpollen (Foto) vorhergesagt. Foto: ECARF

So zeigen Heuschnupfenpatienten deutliche allergische Symptome, wie sie sonst nur im späteren Verlauf der Pollensaison bei stärkerem Pollenflug festgestellt werden. Ein bis fünf Haselnusspollen pro Kubikmeter Luft würden laut ECARF genügen, um bei erwachsenen Pollenallergikern Symptome wie Niesen, Nasenjucken, triefende Nase oder tränende Augen auszulösen. Einige Wochen nach dem ersten Pollenflug werden diese Symptome erst bei einer Konzentration von fünf bis zehn Haselnusspollen pro Kubikmeter Luft ausgelöst.

„Zum einen hatten Heuschnupfenallergiker im Januar über mehrere Monate keinen Kontakt mit Pollen und sind diese Allergene nicht mehr gewohnt“, erklärt Prof. Dr. Karl-Christian Bergmann, ECARF-Experte und Leiter der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) mit Sitz an der Charité, das Phänomen. Außerdem könne die Empfindlichkeit der Nase durch vorausgegangene Infekte wie Erkältungsschnupfen oder Grippe stark erhöht sein.

Laut Professor Bergmann werden für 2013 mehr Hasel- und Birkenpollen erwartet. „Im vergangenen Jahr haben Haselnusssträucher und Birken weniger Pollen produziert, als es ihrem natürlichen Rhythmus entsprochen hätte. Begünstigend kommt das seit Wochen milde Klima hinzu. Ich gehe davon aus, dass sich die Phase des starken Pollenflugs in dieses Jahr verschoben hat. Hasel- und Birkenpollen werden voraussichtlich nicht länger, aber in stärkerer Konzentration fliegen.“

Wer bereits jetzt unter den typischen Heuschnupfensymptomen leidet, sollte im Zweifelsfall einen Allergologen aufsuchen und sich gegebenenfalls ein Antihistaminikum oder eine Kurzzeit-Immuntherapie verordnen lassen. Pollenallergiker, die mehr über das Verhältnis ihrer individuellen Beschwerden zum Pollenflug in Deutschland erfahren möchten können außerdem das kostenlose Elektronische Pollentagebuch der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) benutzen. (ts)