Grüne Branche

„Hier könnte eine Win-Win-Situation entstehen“

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Ermöglichen Solarkollektoren und Wärmepumpe unter Einkalkulierung der Strompreisschwankungen im Winter einen wirtschaftlich optimierten Anbau im Gewächshaus? Hier setzt das Forschungsprojekt „Elgevos“ an. Katrin Klawitter sprach für die TASPO mit Dr. Ingo Schuch von der Humboldt-Universität Berlin über Anschaffungskosten, Lastmanagement und Anwendbarkeit im Zierpflanzenbau.

Das Forschungsgewächshaus der Humboldt-Univesität Berlin verfügt über Solarkollektoren und Wärmepumpe. Foto: Dr. Ingo Schuch

Stichwort „Solarkollektor-Gewächshaus“ – Von welchen Anschaffungskosten sprechen wir hier?

Nach unseren Schätzungen liegen die Kosten zur Ausstattung eines Ein-Hektar-Kollektorgewächshauses zwischen 70 und 120 Euro je Quadratmeter. Diese Investitionen müssen durch Mehrerträge und Senkung der Energiekosten ausgeglichen werden. Je nach Annahme der Kosten für das Solarsystem, des Mehrertrags und der Entwicklung der Energiepreise ergibt sich so eine große Spannweite der Amortisationszeit von drei bis 15 Jahren.

Inzwischen hat sich der Preis für Elektroenergie zum Antrieb von Wärmepumpen verteuert und es ist schwer abzusehen, wohin die Entwicklung geht. Hier könnte beim flexiblen Betrieb des Gewächshauses mit Lastmanagement zur Stromnetzentlastung eine Win-win-Situation entstehen, die auch niedrigere Stromkosten erwarten lässt. Daher wurde in der Machbarkeitsstudie Elgevos der Gewächshausbetrieb entsprechend der Preisschwankungen am Strommarkt optimiert. Der Einsatz einer Belichtung rechnete sich allerdings auch im strompreis-optimierten Betrieb nicht. Die Mehrkosten für die Stromversorgung übersteigen die Erlöse durch die Ertragssteigerung von Tomaten deutlich.

Sind Ihre Ergebnisse auch für Betriebe, die andere Kulturen wie Zierpflanzen anbauen, relevant?

Unsere Studien waren auf den Gewächshausanbau von Gemüsekulturen fokussiert. Prinzipiell sind jedoch energieintensive Gewächshauskulturen geeignet, die auch eine gewisse Flexibilität hinsichtlich einer zulässigen Erwärmung, Abkühlung sowie Licht-/Dunkelphase aufweisen.

Welche Bedeutung sehen Sie für das Lastmanagement in der Zukunft?

Bis vor einigen Jahren wurde der Strom in Deutschland überwiegend durch fossile Kraftwerke erzeugt, die entsprechend des Strombedarfs betrieben wurden. Angesichts des fortschreitenden Ausbaus erneuerbarer Energien, vor allem Wind und Sonne, wird in Zukunft der Bedarf an Flexibilität im Stromsystem deutlich steigen. Hier können auch die Verbraucher einen Beitrag leisten, indem sie ihr Verhalten an die Stromerzeugung anpassen, also über Lastmanagement. Es gibt bereits verschiedene Vorschläge, um Lastmanagement in Zukunft stärker anzureizen, beispielsweise über eine Flexibilisierung der Netzentgelte und der EEG-Umlage. Diese bisher fixen Kostenkomponenten würden dann an den Strompreis gekoppelt, sodass die Preissignale des Marktes verstärkt würden. Niedrige Strompreise würden mit niedrigen additiven Kosten belegt, hohe entsprechend mit höheren Steuern und Umlagen.

Das komplette Interview sowie einen Artikel über das Elgevos-Projekt lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der TASPO, die Sie in unserem Shop digital abrufen können.