Grüne Branche

„Hier läuft keiner nebenher“

Ausbildungsbetrieb 2015
Im September 2015 wurde die Baumschule von Peter Heydorn in Bevern als „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ ausgezeichnet. Eine Ehrung, die Betriebsinhaber und Ausbilder Peter Heydorn seinen vier Auszubildenden zu verdanken hat. Sie hatten die Initiative ergriffen und ihren Lehrherrn darin bestärkt, sich zu bewerben.

Der Betriebsinhaber Peter Heydorn bildet seit 1978 junge Menschen aus. Sein Rezept für gute und erfolgreiche Ausbildung besteht nur aus drei Zutaten: Hier wird mit viel Engagement, Spaß und fachlichem Know-how gelehrt und gelernt.
„Bei uns läuft keiner der Auszubildenden nebenher. Das ist nicht Sinn und Zweck einer Berufsausbildung. Jeder Azubi bekommt bei uns Verantwortung übertragen und muss diese auch übernehmen. Das können wir als kleiner Betrieb sehr gut leisten“, erklärt Gärtnermeister Peter Heydorn sein Konzept.

Neugier wecken und junge Leute begeistern
Der leidenschaftliche Gärtner und Fachmann versteht es, das Interesse und die Neugier seiner Lehrlinge zu wecken und sie mit seiner Begeisterung für den Beruf mitzureißen. „Wichtig ist, den jungen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und ihre Anliegen ernst zu nehmen, davon profitiert man auch selber. Wenn man den Auszubildenden dann noch ein gewisses Maß an Neugierde und Offenheit entgegenbringt, bekommt man einen guten Draht zueinander.“

Wie gut der Draht ist, zeigt sich darin, dass Heydorns Auszubildende selber die Idee hatten, sich mit ihrem Betrieb als „Ausbildungsbetrieb des Jahres“ bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein zu bewerben: „Wir haben uns gemeinsam den Bewerbungsbogen vorgenommen, weil wir hier wirklich etwas lernen und nicht nur als billige Arbeitskräfte beschäftigt werden. Für die Gehölzkunde zum Beispiel gibt es auch während der Arbeitszeit immer wieder Gelegenheit zu üben. Jeder von uns wird nach seinen Fähigkeiten gefördert und gefordert“, lobt Christoph Krohn (21).

Unterstützt wird Peter Heydorn von seinem Sohn Jan-Hinrich, der als Gartenbauingenieur für die technische Weiterentwicklung im Betrieb zuständig ist, und seiner Frau Karin, die an einer Berufs- und Fachschule lehrt. Dies ist ein Faktor, der sicher dazu beiträgt, die Situation der Auszubildenden besser zu verstehen und auch einfach einmal zu pragmatischen Lösungen zu greifen, wenn es um das Vermitteln von Ausbildungsinhalten geht.

„Für die Gehölzkunde habe ich einfach eine What´s App-Gruppe eingerichtet“, verrät Heydorn, der in vielen Ehrenämtern der Landwirtschaftskammer und des BdB-Landesverbands Schleswig-Holstein aktiv ist. „Auf diese Weise erreiche ich, dass sich die Auszubildenden untereinander austauschen und mit der Materie beschäftigen. Die geposteten Pflanzen bringe ich dann zur wöchentlichen Gehölzkunde mit, die bei uns während der Arbeitszeit stattfindet.“

Die breite Produktpalette und moderne Produktionsmethoden sind wichtige Kriterien für die hohe Ausbildungsqualität bei Heydorn. „Es gibt sehr viele gute Betriebe in der Branche, aber die angespannte Marktlage und die fortschreitende Spezialisierung machen es immer schwieriger auszubilden und die Ausbildungsinhalte zu vermitteln. Inzwischen können auch breit aufgestellte Betriebe nicht mehr alles abdecken, was zu einer umfassenden Ausbildung gehört. Eine Zusammenarbeit mit anderen Betrieben ist unglaublich wichtig und vorteilhaft“, ist Peter Heydorn überzeugt.
Claudia Kordes,
Bilsen


Lesen Sie den ausführlichen Artikel in Ausgabe06/2016 Deutsche Baumschule