Hindubestattungen in der Schweiz

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Die Reuss in Luzern soll die Asche von Hindus aufnehmen. Foto: Koopmann

In der Stadt Luzern sollen die Hindus einen Bestattungsort an der Reuss bekommen. Dort könnten sie erstmals in der Schweiz nach traditionellem Ritus die Asche von Verstorbenen ins Wasser der Reuss geben. Möglich macht diese Bestattungsart die katholische und reformierte Kirche, wie das Schweizer Fernsehen auf seiner online-Seite Anfang Juni berichtet.

Die Behörden gaben die Einwilligung. „Wir gehen davon aus, dass es pro Jahr fünf bis zehn Bestattungen geben wird“, sagte der reformierte Pfarrer Beat Hänni, zuständiger Pfarrer für das Gemeindehaus Myconius, das direkt an der Reuss liegt. Es sei geplant, dass Hindus aus dem Großraum Luzern künftig vor dem Verstreuen der Asche in einem Saal des Myconiushauses eine Abschiedsfeier halten können. Bei den Hindus, die in der Schweiz leben, handelt es sich zur Mehrheit um Tamilen, die während des Krieges aus Sri Lanka flüchteten. Viele Tamilen seien schon rund 30 Jahre in der Schweiz und wollten sich nun auch hier bestatten lassen, sagte Hänni. Das nicht-kommerzielle Verstreuen der Asche in der Natur sei zwar schon heute möglich und gesetzlich nicht untersagt. Mit einem festen Ort aber werde ein würdiger Rahmen geschaffen.

Außerdem sei das Überbringen der Asche nach Sri Lanka mit großem bürokratischen Aufwand verbunden. Diese Möglichkeit der Bestattung käme zudem für viele Tamilen der zweiten Generation nicht infrage. „Der Bestattungsort an der Reuss ist unser Beitrag zur Integration“, sagte Hänni, der sich bereits für muslimische Grabfelder engagiert hatte. – fk –

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