Grüne Branche

Hitzewellen zukünftig noch extremer?

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Forscher des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben die zurückliegenden Hitzewellen näher untersucht und neue Ursachen dafür entdeckt. Derzeit arbeiten sie an verlässlichen Frühwarnsystemen. Zeitgleich warnen sie davor, dass es zukünftig auch zu extremeren Hitzewellen kommen könne.

Müssen wir uns auf noch extremeren Dürre-Perioden einstellen? Foto: Myriam Zilles / Pixabay

Neue Ursachen für Hitzewellen

Nicht zuletzt die Grüne Branche war besonders von den Hitzewellen und den einhergehenden Dürre-Perioden der vergangenen Sommer direkt betroffen. Forscher des KIT nahmen das unlängst zum Grund, sich näher mit dem Phänomen zu beschäftigen. „Als Hitzewellen bezeichnen wir Perioden mit mindestens drei aufeinanderfolgenden Hitzetagen“, erklärt der Meteorologe Professor Andreas Fink vom KIT. Ging man bislang davon aus, dass Hitzewellen durch heiße Mittelmeer- oder Saharaluft geprägt waren, beschäftigten sich die Wissenschaftler mit Wetter- und Klimaprozessen in der Troposphäre, also in bis zu zehn Kilometern Höhe. Im Rahmen des Projektes ClimXtreme machten sie vom Atlantik kommende Luftpakete aus, die sich beim Absinken erwärmen. „Wir müssen damit rechnen, dass Hitzewellen durch die globale Klimaerwärmung künftig noch häufiger auftreten und intensiver ausfallen“, erklärt Fink weiter.

Hitzewellen bislang unterschätze?

Aktuell forsche man auf Grundlage dieser Erkenntnisse an einer verlässlichen Vorhersagbarkeit von Hitzewellen. Die Forscher des ClimXtreme-Projekts stellen sich derzeit die Frage, inwieweit die Intensität zukünftiger Hitzewellen wissenschaftlich bislang unterschätzt wurde. Sie untersuchen deshalb, ob und wie weit Hitzeperioden die Erwartungen noch übertreffen werden. Bereits in den vergangenen beiden Sommern hatten Gartenbaubetriebe und die Natur besonders mit den Auswirkungen von Hitze zu kämpfen. Die Ergebnisse des Projekts zeigen, dass neben der warmen Saharaluft andere atmosphärische Faktoren eine weitaus größere Bedeutung haben als bisher angenommen. „Unsere Untersuchungen ergaben, dass es für Hitzewellen neben heißer Luft aus dem Süden in Verbindung mit lokal stark ausgetrockneten Böden, noch weitere Gründe gibt“, so Andreas Fink. Die auftretenden Luftpakete vom Atlantik seien dabei eine wesentliche Ursache, die sich durch Druck, ähnlich wie bei einer Luftpumpe erwärmen. „Diese Luftpakete werden dabei durch den höheren Luftdruck komprimiert und erwärmen sich. Bei anderen Luftpaketen erfolgt dieser Absink- und Erwärmungsprozess einige Tage vorher südlich oder östlich von Deutschland. Diese Luftpakete werden in der Folge im Hochdruckgebiet bodennah nach Deutschland geführt und erwärmen sich dabei durch die starke tägliche Sonneneinstrahlung weiter“, erklärt Fink.   

Ziel: Bessere Prognosen von Hitzewellen

„Da die Klimaforschung diese Erwärmungsmechanismen bisher weitgehend außer Acht gelassen hat, erhoffen wir uns, dass durch deren Studium sowohl eine Verbesserung der Prognose von Hitzewellen in Wettervorhersagen für bis zu drei Wochen als auch eine genauere Projektion der extremsten Hitzewellen der nächsten Jahrzehnte möglich wird“, führt der Meteorologe weiter aus.

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