Grüne Branche

Hochwasserschutz: begrünte Flächen statt Versiegelung

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Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) plädiert für ein präventives und ökologisches Hochwasserschutz-Management. Anlass dazu gibt die aktuelle Hochwassersituation im Bundesgebiet.

„Land unter“ herrscht derzeit unter anderem in Bad Honnef, wie dieses am 9. Januar aufgenommene Bild zeigt. Foto: BGL

„Das Hochwasser zum Jahresbeginn ist nicht nur die Folge andauernder Regenfälle, sondern auch die Folge ökologischer Vergehen aus der Vergangenheit“, sagt BGL-Vizepräsident Gerald Jungjohann. Dazu zählen in den Augen des GaLaBau-Verbands etwa begradigte und kanalisierte Bäche oder Flüsse sowie asphaltierte und betonierte Flächen. „Die beste Alternative zur Versiegelung ist eine begrünte Fläche“, so Jungjohann.

Vermeidung von Flächenversiegelungen

Entsprechend engagiert sich der BGL dafür, verstärkt Bau- und Ingenieurleistungen in der Wasserwirtschaft anzuwenden, um das Wasser bereits am Niederschlagsort in den Vegetationskreislauf einzubinden und ins Grundwasser zu leiten. „Konkret gehören dazu: Der Rückbau von begradigten und kanalisierten Bächen und Flüssen, die Planung und Ausführung von Dachbegrünungen, sowie die Vermeidung von Flächenversiegelungen. Pflanzen spielen dabei eine entscheidende Rolle“, so der Verband.

Der Garten- und Landschaftsbau habe viele Möglichkeiten, durch vielfältige Vegetationsmaßnahmen einen Beitrag zur Klimaverbesserung und damit auch zum Hochwasserschutz leisten, betont der BGL. Zwar sei die Umsetzung der notwendigen Maßnahmen nicht sofort möglich, „mit der Planung muss aber schon heute begonnen werden, um den Hochwassern von Morgen entgegenzuwirken“, macht der GaLaBau-Bundesverband deutlich.

Vegetationsflächen für das Wassermanagement vor Ort

In der Praxis bewährt hätten sich unter anderem dezentrale Maßnahmen, zu denen Jungjohann zahlreiche kleine Vegetationsflächen für das Wassermanagement vor Ort zählt. Diese seien im Vergleich zu technischen Hochwasserschutzanlagen mit einem weitaus geringeren Investitionsaufwand zu realisieren, erklärt der BGL-Vizepräsident.

„Ziel muss es sein, dass in sogenannten Hochwasserrisikomanagementplänen gemeinsam Maßnahmen festgelegt und langfristig auch umgesetzt werden, um bestehende Risiken zu minimieren und zukünftige Schäden zu vermeiden“, so Jungjohann. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, alle kommunalen und regionalen Einrichtungen für eine stärkere Zusammenarbeit einzubinden.