Grüne Branche

Höchstmengen EU-weit schnell vereinheitlichen

Die Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel-Rückstände in Lebensmitteln wie Obst und Gemüse seien schnellstmöglich zu vereinheitlichen, um Handelsbarrieren zu vermeiden. Hierzu rief der Industrieverband Agrar (IVA) anlässlich eines Pressegesprächs am 22.August in Frankfurt auf. Die EU-weite Vereinheitlichung der Höchstmengen für Pflanzenschutzmittel-Rückstände hätte bis Oktober dieses Jahres abgeschlossen sein sollen. Leider sei sie in erheblichen Zeitverzug geraten, bedauerten IVA-Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler und der Produktsicherheitsmanager bei Bayer CropScience, Dr. Otto Klein. Zu den Gründen für die Verzögerung zähle die unzureichende personelle Ausstattung der EFSA (Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde). Auch wären noch nicht alle Kriterien verabschiedet. Als Übergangsregelung biete sich die gegenseitige Anerkennung nationaler Höchstmengen an. Das Pressegespräch diente dem IVA vorrangig dazu, seine Positionen in der Frage der Höchstmengen darzulegen. Generell sei das Höchstmengen-System für den Handel mit Obst und Gemüse sehr wichtig. Leider wären die Standards innerhalb der EU heute noch unterschiedlich, und oft gebe es Irritationen bei den Verbrauchern. Der Industrieverband wünscht mehr Transparenz im Bereich der Höchstmengen, außerdem eine möglichst schnelle EU-weite Harmonisierung sowie verbesserte Beratung der Anwender. Viele Verbraucher hätten Zweifel an der Sicherheit unserer Lebensmittel. Dies lasse sich nur ausräumen, wenn die zuständigen Stellen – insbesondere das Ministerium und die Bewertungsbehörden – mit größerem Nachdruck als bisher vermitteln, wie die Höchstmengen zustande kommen und wie groß die Sicherheitstoleranzen sind (Sicherheitsfaktor von 100 zwischen dem NOAEL-Wert = unwirksame Dosis in Fütterungsversuchen und dem ADI-Wert = unwirksame Dosis bei lebenslang täglicher Aufnahme des betreffenden Stoffes). Bei der Festsetzung von Höchstmengen genieße der Schutz der Gesundheit absoluten Vorrang. Andererseits seien Rückstände aber nicht völlig vermeidbar. Auch Mehrfachrückstände in den seit Jahren in der Lebensmittelüberwachung gefundenen Mengen würden für Verbraucher kein Risiko bilden. Da man zunehmend spezifisch wirkende Mittel statt der früher oft kritisierten Breitbandprodukte einsetzt, wären Mehrfachrückstände letztlich sogar ein „Ergebnis guter landwirtschaftlicher Praxis“. Stoffe mit gleichen Wirkmechanismen, deren Wirkungen sich addieren könnten, würden generell als Gruppe bewertet.