Hohe Verluste bei Anbau von Bio-Gurken erwartet

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Hohe Verluste werden im Bio-Gurkenanbau erwartet. Foto: Alexey Hulsov / Pixabay

Der Bundesverband der obst-, gemüse- und kartoffelverarbeitenden Industrie (BOGK) hat eine Einschätzung vorgelegt, in der die Ernte von Einlegegurken in Bio-Qualität in diesem Jahr um die Hälfte niedriger liegen wird als erwartet.

Kalte und feuchte Nächte in wichtigen Monaten

Die Hauptanbaugebiete für Einlegegurken seien demnach in Niederbayern, im Rheinland und im Spreewald. In diesen Regionen haben kalte und feuchte Nächte in den wichtigen Monaten Juni und August das Pflanzenwachstum deutlich beeinträchtigt, so der BOGK. Die feuchte Witterung hatte zudem zur Folge, dass die Entwicklung von Pflanzenkrankheiten gefördert wurde. Die Pflanzen litten besonders stark unter Spinnmilben und Mehltau, wogegen es im Bio-Anbau ebenso wie gegen starken Pilzbefall keinen ausreichenden Schutz gebe.

„Halbe Ernte zu verlieren ist dramatisch“

Laut BOGK werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Missernte im Bio-Bereich von der Landwirtschaft bis zum Kunden spürbar sein. Speziell im Gurkenanbau fehlen nach Einschätzung des BOGK ein Drittel der erwarteten Einnahmen. „Die Lage ist absurd“, erklärt Christoph Freitag, Geschäftsführer des BOGK. „Die Erntesaison 2020 war tagsüber zu heiß und zu trocken. Trotzdem kämpften die Biobauern mit kalten feuchten Nächten. Die halbe Ernte zu verlieren ist dramatisch“, so Freitag weiter. Eine der Folgen sei, dass bereits jetzt die ersten Bauern angekündigt haben, sich aus dem Bio-Anbau zurück zu ziehen. Weiter werden sich LEH und Verbraucher auf ein schmaleres Angebot und höhere Preise einstellen müssen.

Neue Vereinbarungen zwischen Industrie und Handel gefordert

Um das Problem der größeren Abhängigkeit vom Wetter im Bio-Anbau abzuschwächen, fordert das BOGK die Schaffung einer neuen Vereinbarung zwischen Industrie und Handel. Das Risiko von Miss- und Minderernten müsse demnach auf Verarbeiter und Handel fair aufgeteilt werden. Durch Witterungsschwankungen geringere Ernten seien im Bio-Anbau immer wieder zu beobachten, weshalb sich der spezialisierte Bio-Fachhandel bereits darauf eingestellt habe. Soll jedoch, wie die EU-Kommission in ihrer Farm-to-fork-Strategie plant, der Anteil der Bio-Landwirtschaft von heute acht auf 25 % bis 2030 erhöht werden, so werden Ernteschwankungen auch für den regulären Einzelhandel zu einem normalen Phänomen werden. Der BOGK hat daher vorgeschlagen, neue Vereinbarungen zwischen Industrie und Handel zu treffen, die das Risiko von Miss- und Minderernten auf Verarbeiter und Handel fair aufteilen.

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