Grüne Branche

HortInnova stellt die Weichen für die Zukunft

Forschungsstrategie für Innovationen im Gartenbau
Automatisierung, Ressourcenknappheit und steigender Konkurrenzdruck machen vor dem Gartenbau nicht halt – auch nicht vor den Baumschulen. Welche Probleme resultieren daraus für die Produktion? Welchen Beitrag kann die Forschung bei der Lösung leisten? Für den Zeitraum bis 2030 wurden diese Fragen aufgegriffen und in Workshops mit Akteuren aus dem Gartenbau diskutiert.

Um den deutschen Gartenbau langfristig wettbewerbsfähig zu gestalten, sind Innovationen für die Lösung von Problemen in der gärtnerischen Erzeugung von zentraler Bedeutung. Daher hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Entscheidungshilfe-Vorhaben „Forschungsstrategie für Innovationen im Gartenbau – HortInnova“ initiiert.

Der WeGa e.V. (Kompetenznetz Wertschöpfung im Gartenbau) und das Thünen-Institut wurden beauftragt, dieses Vorhaben zu realisieren. Das Projekt HortInnova sollte klären, wo der Innovationsbedarf am dringendsten ist und wie die Entwicklung von Innovationen unterstützt werden kann. Als Ergebnis wurde eine Forschungsstrategie erarbeitet, welche die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Gartenbaus sichern soll.

Gesellschaftliche und gartenbauspezifische Ziele
In den Diskussionen kristallisierten sich folgende Ziele für die Forschungsstrategie Gartenbau heraus:

  • Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz in der gartenbaulichen Produktion stärken.
  • Innovationen entwickeln, die die beteiligten Menschen in den Vordergrund rücken.
  • Die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Gartenbaus sichern und steigern.
  • Die gartenbauliche Produktion an den Klimawandel anpassen.
  • Die Produkt- und Prozessqualität gartenbaulicher Erzeugnisse sicherstellen und steigern.


Entwicklungen in Technologie, Wirtschaft, Gesellschaft

  • Globalisierung
  • Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz
  • Digitalisierung
  • Gesellschaftlicher Wandel
  • Urbanisierung

Forschungsfelder mit vielen Themen
Auf dem HortInnova-Themenworkshop wurden fünf strategische Forschungsfelder als entscheidend für die Zukunftsfähigkeit des deutschen Gartenbaus identifiziert, die in den folgenden Expertenworkshops inhaltlich ausgearbeitet wurden:

  • Gesellschaftliche Anforderungen an den Gartenbau als Grundlage zur Erhöhung der Wertschätzung des Gartenbausektors
  • Nachhaltigkeit und Unternehmensführung in gartenbaulichen Wertschöpfungsketten
  • Anpassung gartenbaulicher Produktionssysteme an sich ändernde Herausforderungen
  • Innovative Pflanzenschutz- und Züchtungsstrategien für gartenbauliche Produktionssysteme
  • Urbaner Gartenbau – Orte der Zukunft für den Gartenbau.


Es erwies sich als notwendig, bei der Festlegung der Forschungsstrategie inhaltliche Schwerpunkte zu setzen.

Schwerpunkte der Forschungsstrategie

  1. Aus der Fülle von dokumentierten Forschungsfragen wurden Schwerpunkte für die Forschungsstrategie herausgearbeitet. Sie sind eine Synthese aus Forschungsfeldern, übergeordneten Zielen und zukünftigen Entwicklungen.
  2. die umfangreichen digitalen Daten im gartenbaulichen Kontext effektiv zu nutzen,
  3. mittels Sensortechnologie eine nachhaltigkeitsorientierte Produktion auszubauen,
  4. durch Automatisierung und technische Adaptionen körperlich schwere oder sich wiederholende Arbeitsschritte abzubauen und
  5. unterstützende Entscheidungshilfesysteme für die Betriebsleitung zu entwickeln.

Dr. Sabine Ludwig-Ohm,
Dr. Walter Dirksmeyer,

Hanna Homeister, Thünen-Institut, Braunschweig

Auch der BdB war intensiv an den Diskussionen beteiligt, unterstützt von der Baumschulberatung und den Baumschul-Versuchsanstellern. Außerdem flossen Themenvorschläge der BdB-Mitglieder ein, die diese 2015 nach einer Befragung des Baumschulverbands eingereicht hatten. db


Erfahren Sie viele weitere Details der Forschungsstrategie in dem ausführlichen Artikel der Ausgabe 12/2017 Deutsche Baumschule.