Grüne Branche

HS Osnabrück präsentiert neue Apfelsorte

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Mit dem Selstar haben Wissenschaftler*innen der Hochschule Osnabrück ein vierjähriges Forschungsprojekt abgeschlossen und eine Apfel-Neuheit auf den Markt gebracht.

Besondere Anbauweise sorgt für hohen Selen-Gehalt

Über einen Zeitraum von vier Jahren wurde das Projekt an der Hochschule vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Entstanden sei dabei ein besonderer Apfel, der aktuell seine breite Markteinführung erlebt. Benannt wurde die Neuheit nach dem Spurenelement Selen, welches in einer zehnmal höheren Konzentration als in gewöhnlichen Äpfeln im Selstar enthalten sei und dem Elstar, die Sorte, die als Grundlage dient. Dass der Selstar so reich an Selen ist, habe er seiner besonderen Anbauweise zu verdanken, wie Prof. Dr. Diemo Daum vom Fachgebiet Pflanzenernährung der HS Osnabrück erklärt: „Normalerweise wachsen Pflanzen auf Böden, die einen geringen Selengehalt haben. Der hohe Anteil an Selen im Selstar resultiert aus einem speziellen Anbauverfahren, durch das die Apfelbäume Selen besser aufnehmen und in den Früchten einlagern. Damit bietet der Apfel eine natürliche Alternative zu Nahrungsergänzungsmitteln.“

Konsumentenbefragung vor Markteinführung

Nach vier Jahren Forschungsarbeit soll der Selstar nun in rund 80 Märkten von Osnabrück bis Berlin in den Markt eingeführt werden. Auch hier überließen die Wissenschaftler nichts dem Zufall und befragten in einer Konsumentenstudie über 1.000 Personen. Die Ergebnisse gaben ihnen Aufschluss über wichtige Daten zum Apfelkauf. „Wir haben aber auch analysiert, welche Produktinformationen für die Kaufbereitschaft eine Rolle spielen und getestet, wie verschiedene Namensvarianten ankommen”, erläutert Prof. Dr. Ulrich Enneking vom Fachgebiet Agrarmarketing der HS Osnabrück. Zudem sei auch die Verpackung das Ergebnis der Umfrage. In einer Kartonschale ohne Plastik wird der Selstar verpackt, da Nachhaltigkeit aus Verbrauchersicht ein wichtiger Faktor bei der Bewertung des Apfels ist.

Spurenelement Selen stärkt Immunsystem

Das Spurenelement Selen sei verantwortlich für eine normale Funktion des Immunsystems und der Schilddrüse, die Konzentration im Selstar decke rund ein Drittel des Selen-Tagesbedarfs, so die HS Osnabrück in einer Meldung. „Der Selenbedarf des Menschen wird über die Nahrung oft nicht ausreichend gedeckt. Wenn wir aber zu wenig Selen aufnehmen, treten Mangelerscheinungen auf und es steigt das Risiko für bestimmte Erkrankungen wie Darm- und Leberkrebs sowie Erkrankungen der Schilddrüse. Insbesondere Vegetarier und Veganer, aber auch schwangere und stillende Frauen sind häufig unterversorgt“, erklärt Prof. Dr. Lutz Schomburg vom Institut für Experimentelle Endokrinologie der Charité Universitätsmedizin Berlin.

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