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IDB fordert individuellen Leitfaden für baubegleitende Baumpflege

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Für den Schutz von Bäumen auf Baustellen existieren zahlreiche Regelwerke. Deren Umsetzung gestaltet sich jedoch laut der Interessengemeinschaft Deutsche Baumpflege (IDB) häufig schwierig. Im Rahmen eines Antrages fordert er nun die Erstellung eines eigenen Leitfadens, um die aktive Umsetzung von Maßnahmen zur baubegleitenden Baumpflege zu erleichtern.

Baumpfleger begleiten in Hamburg jede bauliche Aktivität, um Wurzelschäden zu verhindern. Foto: QBB

Bündelung aller Informationen zu einem Leitfaden

Im Rahmen der IDB-Mitgliederversammlung auf den Deutschen Baumpflegetagen am 8. Mai in Augsburg präsentierte die Qualitätsgemeinschaft Baumpflege und Baumsanierung (QBB) zusammen mit der International Society of Aboriculture (ISA) und dem Fachverband geprüfter Baumpfleger einen Antrag an die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL).

Der Antrag fordert die FLL dazu auf, dass Thema „Baubegleitende Baumpflege zum Schutz von Bäumen auf Baustellen“ aufzugreifen und Inhalte bestehender Regelwerke, Richtlinien und Normen in einem anwendungsbezogenen Handlungsleitfaden bündeln und kommentieren.

Der Leitfaden soll künftig zu einer verständlichen Umsetzung von notwendigen Maßnahmen in der Praxis für kommunale und private Auftraggeber sowie Planer, Gutachter und Baumpfleger beitragen. Trotz zahlreicher Regelwerke zur Thematik sehen die IDB-Mitglieder weiterhin Schwierigkeiten bei der Umsetzung vom Schutz von Bäumen auf Baustellen.

Unterstützung bei der Umsetzung

Der Antrag der IDB fordere im neuen Fachbericht der FLL zunächst eine Skizzierung notwendiger Maßnahmen zur baubegleitenden Baumpflege, bei dem der Ablauf der baufachlichen Baubegleitung beispielsweise in Form einer Checkliste dargestellte werden könne. Zudem solle eine verständliche Darstellung der praktischen Darstellung aller Maßnahmen in Form der Bündelung der bisherigen Hinweise und Empfehlungen angestrebt werden.

Die Problematik liege laut IDB nicht in der Bereitschaft, sondern in der Umsetzbarkeit. „Seit wir unsere Handlungsempfehlungen auf der QBB-Website haben, werden sie jeden Monat zwischen 120 und 150 Mal heruntergeladen. Dies zeigt, dass die Sensibilität und das Bewusstsein für dieses wichtige Thema vorhanden sind“, so Hans Rhiem, Vorsitzender der QBB. „Allerdings weisen zahlreiche Anfragen darauf hin, dass die Verantwortlichen nicht wissen, wie sie ein solches System zuverlässig und systematisch in ihren Verwaltungsapparat und den jeweiligen Bauprozess integrieren sollen.“

Ein Beispiel für eine konsequente Umsetzung des Wurzelschutzes von Beginn der Planung an bis zum Abschluss der Baumaßnahme ist Rheim zufolge die Stadt Hamburg. Durch die Einbindung der Maßnahmen als elementarer Bestandteil von Bauprojekten würden diese fachübergreifend akzeptiert.

Gründung eines Gremiums

Bereits im Vorfeld der Mitgliederversammlung hatte QBB die FLL darüber informiert, dass die Interessengemeinschaft Deutsche Baumpflege nach Zustimmung durch alle Mitglieder in Augsburg die Erstellung eines FLL-Fachberichtes beantragen wird. Die Zustimmung fand einstimmig statt. In einem weiteren Schritt plant der FLL die Aufstellung eines Gremiums, welches sich mit der Erstellung des Fachberichtes auseinandersetzt.

Die Qualitätsgemeinschaft Baumpflege und Baumsanierung (QBB) setzt sich seit mehreren Jahren mit verschiedenen Initiativen dafür ein, dass Baumaßnahmen und Tiefbauarbeiten im Umfeld von Bäumen nur in Begleitung von Baumpflegern durchgeführt werden.

So erhalten Fachleute unter anderem kostenlose Informationsmaterialien und Handlungsempfehlungen auf der Website der ältesten Baumpflegevereinigung Deutschlands zum aktiven und erfolgreichen Wurzelschutz in Gemeinden und Städten.